Die Feier wegen der Auferstehung des armen Mannes von Nazaret steht unmittelbar bevor: „Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!” Aber wie’s scheint, dreht sich weltweit mehr um die „Beförderung” eines vor zwei Jahren gestorbenen Mannes.
Gemessen an der strengen religiösen Rangordnung der römisch-katholischen Kirche ist jedes Gehabe weltlicher Klassengesellschaften wie das Haschen nach Wind. […]
Monatsarchiv für March 2007
„‘Dass Sie sich mit einem neunfachen Mörder
solidarisieren, macht mich fassungslos’”
(Süddeutsche Zeitung Magazin 30. März 2007)
„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. ... Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen. Verleumdet einander nicht, liebe Brüder. Wer seinen Bruder verleumdet oder verurteilt, der verleumdet und verurteilt das Gesetz. Verurteilst du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. Einer ist der Gesetzgeber und Richter, der selig machen und verdammen kann. Wer aber bist du, dass du den Nächsten verurteilst?”
(Brief von Jakobus, dem Gerechten, Kapitel 4, Verse 6 bis 8 und 10 bis12)
„Barroso will Kohl noch in dieser Woche
für Nobelpreis vorschlagen”
(Mittelbayerische Zeitung 27. März 2007)
„Und um solcher Macht willen, die ihm gegeben war, fürchteten und scheuten sich vor ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen. Er tötete, wen er wollte; er ließ leben, wen er wollte; er erhöhte, wen er wollte; er demütigte, wen er wollte. Als sich aber sein Herz überhob und er stolz und hochmütig wurde, da wurde er vom königlichen Thron gestoßen und verlor seine Ehre ...”
(Der Prophet Daniel, Kapitel 5, Verse 19 und 20)
Haut gout. Vieles von dem, was Volker Bouffier (*1951), clerikaldemoskopischer Minister des Inneren und für Sport in Hessen, berührt, bekommt irgendwie ein – „Gschmackerl”. Wird er aktiv, umweht seine Tätigkeiten oft ein Geruch, der am Gaumen haften bleibt und säuerlich in die Nasenschleimhäute sticht, wobei er die Augen zu Tränen rührt. Hbrr!
Staatsanwälte und Richter stöhnen, […]
„Parteien entsetzt über Boom rechter Straftaten”
(FR online 28. März 2007 um 08:08:08 Uhr)
„Und der HERR sprach: Es ist ein großes Geschrei über Sodom und Gomorra, dass ihre Sünden sehr schwer sind. Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht so sei, damit ich's wisse.”
(Das erste Buch Mose [Genesis], Kapitel 18, Verse 20 und 21)
Vergangen. Vergessen. Vorüber. Tage, an denen auf dem Tummelplatz des legalisierten Zockertums und der betriebswirtschaftlichen Hinterfotzigkeit, der Börse, Selbsterkenntnis aufblitzt, gibt es nicht mehr. Stattdessen platzen die Ochsenfrösche des Geldgeschäftes und angrenzender Reviere vor Selbstgewissheit.
Sie beherrschen mit Taschenspielertricks das Geschehen in den Medien. Nichts ist dem speichelleckenden BWL-Journalismus wichtiger als das Auf und […]
„Nordiren schaffen Durchbruch”
(FR online 26. März 2007 um 17:48:02 Uhr)
„Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe. Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.”
(Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5 [Bergpredigt], Verse 23 bis 26)
Ratten sind klug. Und – Ratten sind aus sich heraus friedfertig. Aber – in die Enge getrieben greifen Ratten sogar ihnen turmhoch „überlegene” Menschen an. Springen ihnen, wenn sie keine Ausflucht mehr sehen, mitten ins Gesicht. Ganz anders der angeblich „mit Vernunft begabte Mensch”.
Der ist nicht so schlau, wie er meint, dass er’s sei. […]
„‘Lafontaine hat die SPD verraten!’”
(bild.t-online.de 25. März 2007 19:10:20)
„Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.”
(Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5, Vers 22)
Nicht nur Kinder- auch erwachsner Mund tut hin und wieder Wahrheit kund: „Sage mir mit wem du umgehst und sich sage dir, wer du bist.” Nur aus der Ferne zu beobachten, auf welche Weise sich welche Leute zu welchem Zeitpunkt und aus welchem deutlich erkennbaren Grund an gewisse großspurige Sprachrohre für das winzigkleine Karo wenden, […]
„Justiz stoppt Richterin nach Koran-Urteil”
(Frankfurter Rundschau 22. März 2007)
„Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinab zog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. ... Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!”
(Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 10, Verse 30 bis 37)
Je dümmer und ungebildeter ein Mensch ist, desto eher wird er sich auf Verführer einlassen. Deshalb ist es seit jeher das Bestreben halbseidener Führer gewesen, Menschen so blöd wie möglich aber auch so gerissen und heimtückisch wie für ihre Zwecke, nötig zu halten.
So lassen sich „Riesenreiche” beherrschen. Der Hofstaat wird’s schon richten. Da herrscht […]
„Berlins Pate auf freiem Fuß”
(die tageszeitung.de 22. März 2007)
„Man muss dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.”
(Die Sprüche Salomos, Kapitel 20, Vers 30)
Was wie ein Märchen klingt, ist eines. Das haben sich vor rund 200 Jahren die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm von Leuten erzählen lassen. Bis dahin war es mündlich überliefert worden. Es ist demzufolge erheblich älter. Es hat sich wenig geändert. Doch – etwas läuft in den Erzählungen anders als heute: Im Märchen erhält der […]
„Hoffnung für Tausende geprellte Anleger”
(Süddeutsche Zeitung 21. März 2007)
„Wer wahrhaftig ist, der sagt offen, was recht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt. Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung. Wahrhaftiger Mund besteht immerdar; aber die falsche Zunge besteht nicht lange.”
(Die Sprüche Salomos, Kapitel 12, Verse 17 bis 19)
Ach, wie schön, welch ein Schlag – genau auf den Solarplexus oder voll auf die Null: „Mc-Job, der; -s, -s (engl.) (ugs. für schlecht bezahlter, ungesicherter Arbeitsplatz)”. So steht’s in der 24. Auflage des „Duden”. Also in der seit August 2007 endgültig gültigen Version, der von Polithengsten, Amtsschimmeln und Sprachwallachen in Hinterzimmern ersonnenen „Rechtschreibreform”.
Im Vereinigten […]
„‘Das war o.k. Das war richtig geil’”
(sueddeutsche.de 19. März 2007 22.01 Uhr)
„Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein, Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten, – dass du nicht geratest auf den Weg der Bösen noch unter Leute, die Falsches reden, die da verlassen die rechte Bahn und gehen finstere Wege, die sich freuen, Böses zu tun, und sind fröhlich über böse Ränke, die krumme Wege gehen und auf Abwege kommen ...”
(Die Sprüche Salomos, Kapitel 2, Verse 10 bis 15)
Was für ein Schmarrn aus dem Hause Kitsch & Compagnie dieses verlogene „Elf Freunde sollt ihr sein!” Wovon es heißt, Josef Herberger (1897–1977), Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von 1936 bis 1942 und von 1950 bis 1964, habe „seine Jungs” sogar aufgefordert: „Elf Freunde müsst ihr sein.” Und das im Fußball.
Genauso gut könnte jemand verlangen, […]
„‘Hilfe für Afrika’”
(Neue Zürcher Zeitung 15. März 2007)
„Denn die Leiter dieses Volks sind Verführer, und die sich leiten lassen, sind verloren.”
(Der Prophet Jesaja, Kapitel 9, Vers 15)
So ist es. Genau so: „Nur, wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.” Das schwante nicht nur Bert Brecht. Das wussten die Reichen dieser Erde schon immer. Und sie wissen’s – natürlich – heute noch.
Brechts Erkenntnis – dem Verbrecher Mackie Messer in den Mund gelegt – beschränkt sich nicht auf diejenigen, die bis zur Oberkante […]