Manchmal kann das Lesen – und dadurch das Leben – schön sein. Richtig schön. Zum Beispiel dann, wenn die Lektüre aus einem Interview besteht, das Johannes Waechter mit Anjani Thomas und Leonard Cohen fürs „Süddeutsche Zeitung Magazin” geführt hat.
Bei diesem Gespräch, das keines der im BWL-Journalismus üblich gewordenen Verhöre ist (selbst dann nicht, wenn […]
Monatsarchiv für April 2007
„Man hat nichts zu befürchten,
wenn man gegen den
demokratischen Staat USA hetzt“
(Judith Hart in Cicero Nummer 5/2007)
„Hast du nun Verstand, so höre das und merke auf die Stimme meiner Reden! Kann denn regieren, wer das Recht hasset? Oder willst du den verdammen, der gerecht und allmächtig ist, der zum König sagt: «Du heilloser Mann» und zu den Fürsten: «Ihr Gottlosen», der nicht ansieht die Person der Fürsten und achtet den Vornehmen nicht mehr als den Armen? Denn sie sind alle seiner Hände Werk. Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden weggenommen ohne Menschenhand. Denn seine Augen sehen auf eines jeden Weg, und er schaut auf alle ihre Schritte.”
(Das Buch Hiob [Elihus zweite Rede], Kapitel 34, Verse 16 bis 21)
„Früher war ich regelmäßig ‘Salonkommunist’, …
Kürzlich bin ich ‘Salonkatholik’ genannt worden.”
(Matthias Matussek in Cicero Nummer 5/2007)
„Im Hause des Weisen ist ein kostbarer Schatz an Öl; aber ein Tor vergeudet ihn. Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben und Ehre. Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, auf die sie sich verlässt. Wer Mund und Zunge bewahrt, der bewahrt sein Leben vor Not. Wer stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter; er treibt frechen Übermut. Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun. Den ganzen Tag begehrt die Gier; aber der Gerechte gibt und versagt nichts.”
(Die Sprüche Salomos, Kapitel 21, Verse 20 bis 26)
Ein Mensch, der seine Bildung und sein Wissen vor sich herträgt, wie ein Jahrmarktshändler seine Waren auf einem Brett vor seinem Bauch, der kann nicht viel im Kopf haben.
Künstler, einerlei von welcher Art, müssen selbstverständlich von sich meinen, sie seien zu Großem befähigt und damit die Größten, weil sie anders nicht groß würden und […]
„Sex und Gesetz”
(die tageszeitung 26. April 2007)
„Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als die vernahm, dass er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Glas mit Salböl und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit Salböl. Als aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. ... Und (Jesus) .. wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.”
(Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 7, Verse 37 bis 39 und 44 bis 47)
So viele Frisiersalons und Arztpraxen wird es nie geben, wie es sie – ausgestattet mit riesigen Warteräumen – geben müsste, um zu erklären, wie die Auflagen bestimmter Produkte der Papier verarbeitenden Industrie zustande kommen. Denn: „Blöd”, „Grau an der Spüle”, „Ballaballa”, „Bumms-Tee“, um nur einige herauszugreifen, kauft und liest kaum ein Mensch in Deutschland.
Wer […]
„Papst führt ‚Cicero’-Intellektuellenliste an”
(Cicero Pressemitteilung 24. April 2007)
„Ich sage abermals: niemand halte mich für töricht; wenn aber doch, so nehmt mich an als einen Törichten, damit auch ich mich ein wenig rühme. Was ich jetzt rede, das rede ich nicht dem Herrn gemäß, sondern wie in Torheit, weil wir so ins Rühmen gekommen sind. Da viele sich rühmen nach dem Fleisch, will ich mich auch rühmen. Denn ihr ertragt gerne die Narren, ihr, die ihr klug seid! Ihr ertragt es, wenn euch jemand knechtet, wenn euch jemand ausnützt, wenn euch jemand gefangen nimmt, wenn euch jemand erniedrigt, wenn euch jemand ins Gesicht schlägt. Zu meiner Schande muss ich sagen, dazu waren wir zu schwach! Wo einer kühn ist – ich rede in Torheit –, da bin ich auch kühn.”
(Der zweite Brief Pauli an die Christen in Korinth, Kapitel 11, Verse 16 bis 21)
Seit mindestens tausend Jahren sind nur den hochbemützten, berockten Herren im und um den Vatikan herum wirklich gute (?!) – auf jeden Fall durchschlagend wirksame Gags und Aktionen in Sachen Human Relations und Public Relations eingefallen.
Lexikon-Lehrer erklären, Human Relations seien „Ausdruck für die Gestaltung, Pflege und Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen in Organisationen, insbesondere in Unternehmen […]
„Kommunalwahl ohne Wähler”
(FR-online.de 23. April 2007 16.44 Uhr)
„Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen.”
(Der erste Brief des Petrus, Kapitel 5, Verse 2 bis 4)
Armut im Allgemeinen und Kinderarmut im Besonderen sind Themen, die den Controllern und Betriebswirten, die sich heute Journalisten nennen, lästig sind. Es sei denn, sie finden in Asien, Afrika oder Südamerika statt. Das hat was Exotisches. Vor allem: Die Armen dort können nicht dazu auffordern, nicht nur krokodilsvertränte Leitartikel zu verfassen, sondern am Thema dran […]
„Ein jeder folgt seiner privaten Chaostheorie”
(Süddeutsche Zeitung 23. April 2007)
„Denn für sie gibt es keine Qualen, gesund und feist ist ihr Leib. Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt. Darum prangen sie in Hoffart und hüllen sich in Frevel. Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst, sie tun, was ihnen einfällt. Sie achten alles für nichts und reden böse, sie reden und lästern hoch her. Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden. Darum fällt ihnen der Pöbel zu und läuft ihnen zu in Haufen wie Wasser. Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen? Wie sollte der Höchste etwas merken? Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.”
(Psalm 73, Verse 4 bis 12)
Der eine zieht die Konsequenz und ertränkt sich in der Elbe, der wählt CSU, der tut im Grund dasselbe. Es muss mit der Bildungs- und Schulpolitik und deren daraus erwachsenem Wesen zu tun haben, dass die Clerikal Denunziatorischen Untoten im sogenannten Freistaat seit 1946 fast ununterbrochen das Sagen haben. Nur von 1950 bis 1954 regierte […]
„WOLFGANG SCHÄUBLE, BUNDESINNENMINISTER –
Ganz viel Erfahrung”
(Welt kompakt 20. April 2007)
„Mein Sohn, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht. Wenn sie sagen: ‘Geh mit uns! Wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen nachstellen ohne Grund; wir wollen sie verschlingen wie das Totenreich die Lebendigen, und die Frommen sollen sein wie die, welche hinunter in die Grube fahren; ..., mein Sohn, wandle den Weg nicht mit ihnen, halte deinen Fuß fern von ihrem Pfad; denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen.”
(Die Sprüche Salomos, Kapitel 1, Verse 10 bis 12; 15 und 16)
Infiltration ist das Wort, das beschreibt, dass eine Nation ideologisch unterwandert wird. Schlimm daran ist, dass das von denen, die es trifft und betrifft, nicht bemerkt wird. Es geht, wie sich denken lässt, getarnt – zum Beispiel als Entertainment verkleidet – über die Bühne.
Beim Betrachten von Kriminalfilmserien im deutschen Fernsehen – einerlei, ob am […]
Die Glocke schlägt später
„Spät kommt Iht, doch Ihr kommt. Der weite Weg, Graf Isolan, entschuldigt Euer Säumen.”
Nicht von mir und trotzdem gut. Es kann heute mit dem Glockenschlag, der eigentlich immer gegen! 12.00 Uhr mittags erfolgen soll, aus guten Gründen erheblich später – möglicherweise sogar Samstag – werden. Dafür bitte ich um Pardon. Ich werde mein Bestes tun, […]
„Karlsruhe befindet: Drängeln ist Gewalt”
(die tageszeitung 18. April 2007)
„Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan. Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen? Verlästern sie nicht den guten Namen, der über euch genannt ist? Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst», so tut ihr recht; wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter. Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.”
(Brief von Jakobus, dem Gerechten, Kapitel 2, Verse 6 bis 10)
Wettbewerb. Sie nennen es Wettbewerb . Tatsächlich ist jedoch nie die Rede vom tänzelnden Werben um die Gunst von Menschen, wenn Bosse und ihre Handlanger, Politiker und deren journalistischen und sonstigen Schützenhelfer von Wettbewerb faseln.
Es geht um Wettkampf. Wobei die Betonung auf Kampf liegt. „Kampf” wie „Gewalt”. Da gibt es nichts Spielerisches. Da heißt […]
„20-Jähriger verhungert
vor den Augen seiner Mutter”
(Frankfurter Allgemeine Zeitung 17. April 2007)
„Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen, und der HERR wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.”
(Der Prophet Jesaja, Kapitel 58, Verse 7 bis 10)
In Deutschland wird das Elend vergoldet. Von einem vordemokratischen Schnürboden aus haben die Strippen ziehenden Auftraggeber von Politmarionetten allerlei Blendwerk mit einer hauchdünnen Edelmetallschicht überzogen.
Nur für den schönen Schein. Zu nichts nutze; außer, um davon abzulenken, dass sich die Gerechtigkeitsplatten in Deutschland tektonisch verschoben haben und weiterhin verschieben.
Der Coup ist dank der Liebediener […]