„Frauen für die Front –
Deutsche Soldatinnen im Überlebenstraining”
(ARD 6. Mai 2007 13.15 bis 13.45 Uhr)
„Woher kommt der Kampf unter euch, woher der Streit? Kommt's nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander streiten? Ihr seid begierig und erlangt's nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft und habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr's für eure Gelüste vergeuden könnt. ... Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen -, und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse. Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.”
(Der Brief des Jakobus, Kapitel 4, Verse 1 bis 3 und 13 bis 17)
Der Mensch ist der Teil der Schöpfung, der nicht so geraten ist, wie er hätte werden können und wohl auch sollen. Um das festzustellen, muss niemand in die Ferne schweifen, Markus Söder liegt so nah.
Der Mann geht – das wurde bei einem TV-Talg offenbar – sogar seinem Rivalen im Kampf um die Krone für zügellose Dickbramsigkeit, scheppernde Hohlheit und gallegelbe Bösartigkeit, dem Wurstmaxen, Manager des FC Bayern und politischen(!?) Ratgeber eines Ministerpräsidenten, Ulrich Hoeneß, auf den Senkel.
Von Söder, Generalsekretär der Clerikal Saturierten Untoten (CSU), sagt nicht allein der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Peter Struck, er sei „ein nicht Ernst zu nehmender Dummschwätzer”. Einige seiner Parteifreunde meinen – hinter vorgehaltener Hand, versteht sich – „der hat in den vergangenen zwei Jahren nicht einen einzigen vernünftigen Satz zustande gebracht”.
Einen Kommentar von herausragender Perfidie und Tumbheit brachte der gebürtige Nürnberger jetzt über die Rampe. Der Parteichrist nannte, so weiß der „Spiegel”, die Möglichkeit, dass Bundespräsident Horst Köhler, den ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar, nach mehr als 24 Jahren Haft, begnadige, „eine schwere Hypothek” für 2009, falls Köhler sich erneut zur Wahl als Bundespräsident stelle.
Vermutlich wollte der Kläffer damit seinem Halter, dem auslaufenden Parteivorsteher und Ministerpräsidenten von Bayern, Edmund Stoiber, nach dem Motto: „Der Söder pupt, die Leute lachen, so kann die eine Null der andren eine kleine Freude machen” imponieren.
Denn: Auf diese Weise hat der Sekretär von der Aussage seines Bosses abgelenkt, durch das vom Gesetz vorgesehene Verhalten des Präsidenten werde eine „ungewöhnliche Fürsorge” des Staates für Schwerverbrecher und Feinde der Demokratie offenbar. Es dürfen demnach nur führende CSUler, die betrunken andere Leute totfahren, resozialisiert werden.
Das begnadete Duo Infernal kennt keine Gnade. Es zieht seine Kraft aus dem Keiltreiben, aus dem Schüren von Zwietracht, aus der Methode „Haltet den Dieb!”. Eifersucht, Machtgeilheit, Neid, Hahnengehabe und was sonst noch die „Krone der Schöpfung” befeuert, sind auch sein Treibstoff.
Die zwei Heuchler haben mit Sicherheit davon, dass der Apostel Paulus die römische Gemeinde gebeten hat: „Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: ‘Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr’” noch nie gehört. Und selbst wenn, sie beherzigten die Bitte nicht.
Weil es von dieser Sorte weltweit nicht wenige Exemplare gibt, sondern viel zu viele, braucht die Menschheit Soldaten. Das sind Leute, die Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, die es ohne sie und ihr Dienstleistungsangebot nicht gegeben hätte.
Bislang war es so, dass sich die Frauen aus den blutrünstig eitlen Scharmützeln der Kerle – mit wenigen Ausnahmen – heraus gehalten haben. Erstens, weil sie klug sind. Und – daraus resultierend – weil sie zweitens wussten, die Trümmer und das Elend aus dem zänkisch gewalttätigen Gewese der Nachkommen Adams, die mussten stets sie beiseite räumen. Sie haben – aus gutem Grund – die Finger vom „Kriegshandwerk” gelassen.
Das hat sich geändert. Wer am Sonntag im Ersten Programm des deutschen Fernsehens den halbstündigen Beitrag „Frauen für die Front” gesehen hat, dem dürfte die erhoffte innere Ruhe des Sonntags abhanden gekommen sein. Der Film zeigt den jungen „Fahnenjunker”(?) Jessica Russell beim „Überlebenstraining”.
„Als Logistik-Offizierin wird sie im Rahmen der Bundeswehr-Einsätze möglicherweise in Kampfgebiete kommen. Der Lehrgang soll die junge Soldatin auf diese Einsätze vorbereiten. Lehrgangsziel soll es sein, als Führer einer auf sich gestellten Gruppe zu überleben und sich zu den eigenen Teilen durchschlagen zu können. Dabei wird zwischen Männern und Frauen kein Unterschied gemacht”, bewarb die ARD auf Tafel 315 ihres Teletextes ein Stück aus dem Horrorkabinett vergangener Zeiten.
Irgendwie verbreitete der Streifen mit kahl geschorenen Kommissköppen im Tarnanzug (männlich) und wenigen langhaarigen Frauen im Drillich, Bilder und Geräusche, die klangen, als seien schon wieder Leute, wie weiland der Kriminelle aus Braunau, dabei, sich junge Leute zu wünschen, die „schlank und rank sein (sollen), flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl ”
Das sogenannte Training lief in einer Weise ab, dass es niemanden hätte erstaunen dürfen, wenn der Braune aus Braunau wörtlich zitiert worden wäre: „Wir müssen einen neuen Menschen erziehen, auf dass unser Volk nicht an den Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht.” Mit anderen Worten: Gelobt sei, was hart macht.
Anders ist nicht zu erklären, dass eine 21-Jährige nach bis zu sechzehn Stunden dauernden Gewaltmärschen bei Nacht und Nebel, in Eiseskälte und Nässe, nach „Zusammengeschissenwerden” und kleinkarierten Maßregelungen in die Kamera spricht: „Ich hab’s Gefühl, ich lern hier etwas über mich selbst.”
Wer junge Leute so ausbildet und das damit begründet, es geschehe zu ihrem Besten, weil „im Ernstfall” mit dem Allerschlimmsten gerechnet werden müsse, der stellt damit unter Beweis, dass er entweder ein bigotter Sadist ist oder, dass er nichts aus der nachlesbaren Geschichte der Menschheit gelernt hat, und, dass er vor allem die deutsche Kalenderweisheit „Was ich selber denk und tu, trau ich andern Leuten zu”, nicht verstanden hat.
Solchen sei eine weitere Passage des „Römerbriefes” von Paulus ans Herz gelegt: „Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.”