Archiv der Kategorie 'Allgemein'

10. Mai 2007 2 Kommentare » 1. Jahrgang

Reisende Baustelle

(Ein Autor erklärt, weshalb seine Kolumne bis zum 14. Mai 2007 ausbleiben wird)

Vor zwei Tagen begannen Handwerker unerwartet damit – das gibt es und wäre vermutlich für Menschen, die regelmäßigen Umgang mit Handwerkern pflegen, so unerwartet nicht gekommen –, alte Fenster aus dem Gemäuer des Hauses zu reißen in dem Seißlers wohnen und neue einzubauen.
Es mussten, bevor die Schreiner ihr Werk beginnen konnten, Wohnung und Büro […]

8. Mai 2007 0 Kommentare » 1. Jahrgang

„Das Leben mit Humor ertragen”

(Süddeutsche Zeitung 7. Mai 2007)

„Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.“

(Der Prediger Salomo, Kapitel 3, Verse 10 bis 13)

ADAC und CSU sind eng miteinander verwoben. Was unter anderem daran zu erkennen ist, dass diese Lobby der Mineralöl- und der Automobilindustrie „Nix da!”, schreit, wenn wieder einmal – aus gegebenem Anlass – offiziell laut darüber nachgedacht wird, ob es nicht angezeigt sei, für „ältere Autofahrer” eine „verpflichtende Fahrtüchtigkeitsprüfung” einzuführen.
Huha, das geht den betagten Chef-Ideologen […]

7. Mai 2007 0 Kommentare » 1. Jahrgang

„Frauen für die Front –
Deutsche Soldatinnen im Überlebenstraining”

(ARD 6. Mai 2007 13.15 bis 13.45 Uhr)

„Woher kommt der Kampf unter euch, woher der Streit? Kommt's nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander streiten? Ihr seid begierig und erlangt's nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft und habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr's für eure Gelüste vergeuden könnt. ... Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen -, und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse. Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.”

(Der Brief des Jakobus, Kapitel 4, Verse 1 bis 3 und 13 bis 17)

Der Mensch ist der Teil der Schöpfung, der nicht so geraten ist, wie er hätte werden können und wohl auch sollen. Um das festzustellen, muss niemand in die Ferne schweifen, Markus Söder liegt so nah.
Der Mann geht – das wurde bei einem TV-Talg offenbar – sogar seinem Rivalen im Kampf um die Krone für […]

4. Mai 2007 0 Kommentare » 1. Jahrgang

„Zentrale Datenbank erfasst
die Bürger über den Tod hinaus”

(Süddeutsche Zeitung 4. Mai 2007)

„So spricht Ben-Hadad: Dein Silber und dein Gold ist mein, und deine Frauen und deine besten Söhne sind auch mein. Der König von Israel antwortete und sprach: Mein Herr und König, wie du geredet hast! Ich bin dein und alles, was ich habe. Aber die Boten kamen zurück und sprachen: So spricht Ben-Hadad: Ich habe zu dir gesandt und sagen lassen: Dein Silber und dein Gold, deine Frauen und deine Söhne sollst du mir geben. Doch will ich morgen um diese Zeit meine Leute zu dir senden, dass sie dein Haus und die Häuser deiner Untertanen durchsuchen, und was ihnen gefällt, sollen sie nehmen und wegtragen. Da rief der König von Israel alle Ältesten des Landes zu sich und sprach: Merkt doch und seht, wie böse er's meint! Er hat zu mir gesandt um meine Frauen und Söhne, Silber und Gold, und ich hab ihm nichts verweigert. Da sprachen zu ihm alle Ältesten und alles Volk: Du sollst nicht gehorchen und nicht einwilligen.”

(Das erste Buch der Könige, Kapitel 20, Verse 3 bis 8)

Verkniestert und verbiestert wie viele Deutsche sind, lassen sie sich vom Amtsschimmel sogar vorkauen, auf welche Weise sie ins Himmelreich zu gelangen haben. Sprich: Wie sie unter die Erde oder ins Wasser kommen.
So wie der „Codex Iuris Canonici” (Codex des kanonischen Rechts) aus dem Jahre 1983(!) katholischen Christinnen und Christen (Priestern gleich dreimal) bis […]

3. Mai 2007 0 Kommentare » 1. Jahrgang

„Machtkampf um 21 Cent”

(Süddeutsche Zeitung 2. Mai 2007)

„Das sind Brunnen ohne Wasser und Wolken, vom Wirbelwind umhergetrieben, ihr Los ist die dunkelste Finsternis. Denn sie reden stolze Worte, hinter denen nichts ist, und reizen durch Unzucht zur fleischlichen Lust diejenigen, die kaum entronnen waren denen, die im Irrtum ihr Leben führen, und versprechen ihnen Freiheit, obwohl sie selbst Knechte des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwunden ist, dessen Knecht ist er geworden.”

(Der zweite Brief des Petrus, Kapitel 2, Verse 17 bis 19)

Einzig der Präsident des hamburgischen Senats und Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust (CDU), muss Trauer tragen, falls eintritt, was angeblich geplant ist: Der Umzug der „Redaktion” eines Organs namens „Bild” von Hamburg nach Berlin.
Viele Hamburgerinnen und Hamburger dagegen, werden, angelehnt an einen Vers von Wilhelm Busch, vor sich hinsummen […]

2. Mai 2007 0 Kommentare » 1. Jahrgang

„Monopoly Deutschland”

(Sueddeutsche.de 1. Mai 2007 18.04 Uhr)

„Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen, und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehret euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl. Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Lasst euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrügen, und hört nicht auf die Träume, die sie träumen! Denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR.”

(Der Prophet Jeremia, Kapitel 29, Verse 5 bis 9)

Das ist auch ‘ne Messlatte. Allerdings eine, die lange Zeit nicht unbedingt bundesweit angelegt werden konnte. Das Prinzip in grauer Vorzeit umherziehender Marketender wird indessen mittlerweile als ausgeklügelte Methode der Scharlatane des sogenannten Marketings allerorten angewendet: Sie setzt das Naturgesetz „Kein Baum wächst in den Himmel, kein Meer ist ohne Ende” außer Kraft. Denn:
Die […]

30. April 2007 0 Kommentare » 1. Jahrgang

„Man hat nichts zu befürchten,
wenn man gegen den
demokratischen Staat USA hetzt“

(Judith Hart in Cicero Nummer 5/2007)

„Hast du nun Verstand, so höre das und merke auf die Stimme meiner Reden! Kann denn regieren, wer das Recht hasset? Oder willst du den verdammen, der gerecht und allmächtig ist, der zum König sagt: «Du heilloser Mann» und zu den Fürsten: «Ihr Gottlosen», der nicht ansieht die Person der Fürsten und achtet den Vornehmen nicht mehr als den Armen? Denn sie sind alle seiner Hände Werk. Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden weggenommen ohne Menschenhand. Denn seine Augen sehen auf eines jeden Weg, und er schaut auf alle ihre Schritte.”

(Das Buch Hiob [Elihus zweite Rede], Kapitel 34, Verse 16 bis 21)

Manchmal kann das Lesen – und dadurch das Leben – schön sein. Richtig schön. Zum Beispiel dann, wenn die Lektüre aus einem Interview besteht, das Johannes Waechter mit Anjani Thomas und Leonard Cohen fürs „Süddeutsche Zeitung Magazin” geführt hat.
Bei diesem Gespräch, das keines der im BWL-Journalismus üblich gewordenen Verhöre ist (selbst dann nicht, wenn […]

27. April 2007 1 Kommentar » 1. Jahrgang

„Früher war ich regelmäßig ‘Salonkommunist’, …
Kürzlich bin ich ‘Salonkatholik’ genannt worden.”

(Matthias Matussek in Cicero Nummer 5/2007)

„Im Hause des Weisen ist ein kostbarer Schatz an Öl; aber ein Tor vergeudet ihn. Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben und Ehre. Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, auf die sie sich verlässt. Wer Mund und Zunge bewahrt, der bewahrt sein Leben vor Not. Wer stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter; er treibt frechen Übermut. Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun. Den ganzen Tag begehrt die Gier; aber der Gerechte gibt und versagt nichts.”

(Die Sprüche Salomos, Kapitel 21, Verse 20 bis 26)

Ein Mensch, der seine Bildung und sein Wissen vor sich herträgt, wie ein Jahrmarktshändler seine Waren auf einem Brett vor seinem Bauch, der kann nicht viel im Kopf haben.
Künstler, einerlei von welcher Art, müssen selbstverständlich von sich meinen, sie seien zu Großem befähigt und damit die Größten, weil sie anders nicht groß würden und […]

26. April 2007 0 Kommentare » 1. Jahrgang

„Sex und Gesetz”

(die tageszeitung 26. April 2007)

„Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als die vernahm, dass er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Glas mit Salböl und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit Salböl. Als aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. ... Und (Jesus) .. wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.”

(Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 7, Verse 37 bis 39 und 44 bis 47)

So viele Frisiersalons und Arztpraxen wird es nie geben, wie es sie – ausgestattet mit riesigen Warteräumen – geben müsste, um zu erklären, wie die Auflagen bestimmter Produkte der Papier verarbeitenden Industrie zustande kommen. Denn: „Blöd”, „Grau an der Spüle”, „Ballaballa”, „Bumms-Tee“, um nur einige herauszugreifen, kauft und liest kaum ein Mensch in Deutschland.
Wer […]

25. April 2007 0 Kommentare » 1. Jahrgang

„Papst führt ‚Cicero’-Intellektuellenliste an”

(Cicero Pressemitteilung 24. April 2007)

„Ich sage abermals: niemand halte mich für töricht; wenn aber doch, so nehmt mich an als einen Törichten, damit auch ich mich ein wenig rühme. Was ich jetzt rede, das rede ich nicht dem Herrn gemäß, sondern wie in Torheit, weil wir so ins Rühmen gekommen sind. Da viele sich rühmen nach dem Fleisch, will ich mich auch rühmen. Denn ihr ertragt gerne die Narren, ihr, die ihr klug seid! Ihr ertragt es, wenn euch jemand knechtet, wenn euch jemand ausnützt, wenn euch jemand gefangen nimmt, wenn euch jemand erniedrigt, wenn euch jemand ins Gesicht schlägt. Zu meiner Schande muss ich sagen, dazu waren wir zu schwach! Wo einer kühn ist – ich rede in Torheit –, da bin ich auch kühn.”

(Der zweite Brief Pauli an die Christen in Korinth, Kapitel 11, Verse 16 bis 21)

Seit mindestens tausend Jahren sind nur den hochbemützten, berockten Herren im und um den Vatikan herum wirklich gute (?!) – auf jeden Fall durchschlagend wirksame Gags und Aktionen in Sachen Human Relations und Public Relations eingefallen.
Lexikon-Lehrer erklären, Human Relations seien „Ausdruck für die Gestaltung, Pflege und Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen in Organisationen, insbesondere in Unternehmen […]