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	<title>Glockenschlag 12</title>
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	<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 11:45:38 +0000</pubDate>
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		<title>„Westerwelle sieht Deutsche hinter sich“</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 21:27:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Hätte der Politkrawalleur Guido Westerwelle ein sensibel zutreffendes Empfinden für das, was „die Mehrheit unseres Volkes” will, zeugte das, was der schriftstellernde französische Philosoph und Historiker Hippolyte Taine (1828 -1893) zu Papier brachte von tiefer Kenntnis der menschlichen Seele: „Das allgemeine Wahlsystem in einem gleichgültigen Land läuft immer darauf hinaus, die Macht in die Hände [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hätte der Politkrawalleur Guido Westerwelle ein sensibel zutreffendes Empfinden für das, was „die Mehrheit unseres Volkes” will, zeugte das, was der schriftstellernde französische Philosoph und Historiker Hippolyte Taine (1828 -1893) zu Papier brachte von tiefer Kenntnis der menschlichen Seele: „Das allgemeine Wahlsystem in einem gleichgültigen Land läuft immer darauf hinaus, die Macht in die Hände deklassierter Schwätzer zu legen.” So ist es. Und nicht anders.</p>
<p>Die Deutschen sind ein Volk, das wieder und wieder herunterleiert, es sei Teil des „<em>christlichen</em> Abendlandes“ und orientiere sich am „<em>christlichen</em> Wertekanon”. </p>
<p>Wer ihnen indes dabei zusieht und genau hinhört, wenn sie öffentlich oder in Hinterzimmern miteinander reden, der weiß, diese Besitztumschristen können ihrer Lebtag noch nicht vom Brief des Paulus an die Christen in Galatien gehört haben. Denn im zweiten Vers des sechsten Kapitels schreibt der Apostel: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.” </p>
<p>Das Christentum nach Großwetterlage haben sie unter anderem vom Politikaster Helmut Schmidt gelernt. Der hatte sich, wie fast alle, die in Ämter gewählt werden wollten und wollen, als <em>christlicher</em> Abendländler zur Schau gestellt. </p>
<p>Auf die Frage, wie er das „Nachrüsten” der zweiten Republik auf deutschem Boden in den 80er Jahren des verflossenen Jahrhunderts mit Christi Bergpredigt in Einklang bringe, erwiderte er sinngemäß, die Seligpreisung der Friedfertigen am See Genezareth sei ein Traum, der für die Wirklichkeit nicht tauge. </p>
<p>Kurt Tucholsky hat es erkannt: „Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn’s ihm gut geht, und eine, wenn’s ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.”</p>
<p>Dem Lauttöner Westerwelle, einem Provinzler mit der Redebegabung eines Hütchenspielers vom Kurfürstendamm, geht es nicht nur gut. Es geht ihm offenbar <em>zu</em> gut! Folglich ist er, ohne religiösen Beweggrund, aufs Eis gegangen, um zu tanzen. So wie es der Esel tut, wenn’s ihm zu wohl ist. </p>
<p>Die Möglichkeit einzubrechen, hat der Bonner Kleinbürger, wie’s aussieht, nicht in Betracht gezogen. Er scheint zu meinen, die 14,6 Prozent dicke Decke vom September 2009 werde ihn bis ans Ende der Legislaturperiode tragen. Deshalb wohl dreht er Pirouetten und macht Sprünge, dass es dem Publikum den Atem verschlägt. Dabei grölt er, ohne etwas von Noten zu ahnen, lauthals schweinische Texte. </p>
<p>„Es scheint in Deutschland nur Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemand, der das alles erarbeitet” tönt es vom Glatteis, auf das er Zuschauer und -hörer locken will. Und: „Ein anstrengungsloser Wohlstand lädt zu altrömischer Dekadenz ein.” Daran kann was Wahres sein. Denn: Anstrengungslos sind die gelbblauen Krisengewinnler zu ihren 14,6 Prozent gekommen. Das wird ihren „sittlichen und kulturellen Verfall” erheblich beschleunigt haben. </p>
<p>Anders ist nicht zu erklären, was diesen Eiertänzer antreibt, wenn er im Falsett anstimmt: „Es muss einer, der arbeitet, mehr verdienen, als einer der nicht arbeitet – das muss man in Deutschland noch sagen dürfen. Alles andere ist Sozialismus.” In „Blöd”, dem Verbandsorgan geistig, geistlich und moralisch Zukurzgekommener, hat er nachgelegt: „Wir müssen verhindern, dass derjenige der arbeitet immer der Dumme ist.”</p>
<p>Ginge es nach diesem Scharfmacher der politisch schwachbrüstigen Schutztruppe aller Spekulanten und Steuerbetrüger, müsste der Staat mit Versicherten, die ohne eigene Schuld arbeitslos geworden sind, noch schäbiger umspringen als es die Sklavenhalter mit den von ihnen Abhängigen tun.</p>
<p>Eine teuflische Logik: Wenn sich schon hart Arbeitende mit den Almosen, die ihnen für Knochenjobs hingeworfen werden, nicht über Wasser halten können, dann sollen die von Aasgeiern der Marktwirtschaft um ihre Arbeitsplätze Gebrachten jedenfalls <em>vor</em> ihnen untergehen. </p>
<p>Das Raubtier Mensch zu befrieden, scheint unmöglich zu sein. Es ist aber machbar, dafür zu sorgen, dass jeder Mensch auf der Erde in Würde leben kann. Sogar in der Bundesrepublik Deutschland sollte es zustande zu bringen sein, dass arbeitende Menschen durch ihre Einkommen ein <em>würdevolles</em> Auskommen haben. </p>
<p>Dem steht jedoch die Habsucht und Raffgier derer entgegen, die sich die gelbblaue Clique halten, um ihre von Gewinnsucht bestimmten Pläne und geldschneidenden Vorhaben in die Tat umsetzen zu können. </p>
<p>Die leben weder von ihrer Hände Arbeit noch dadurch, dass sie ihr Gehirn in Tätigkeit setzen. Die hocken im Luxus, der ihnen durchs Ausstreuen von Gerüchten, durch das Spekulieren an allen Börsen des Globus und – und das nicht zuletzt – durch das Hinterziehen von Steuern, in den Schoß gefallen ist. </p>
<p>Die haben die Jauche angerührt, in der die sogenannten kleinen Leute bis zum Hals stecken. Die haben florierende Unternehmen – für die sie allzu oft staatliche Zuschüsse bezogen – an die Wand gefahren und sich danach millionenschwer verabschiedet.</p>
<p>Die haben jene Menschen, auf die ihre völlig skrupellosen Politlakaien mit manikürten Fingern zeigen, „arbeitslos” gemacht und in den Ruin getrieben. Deren gelbblaue Blase verweigert denjenigen, deren Interessen sie vorgeblich wahrnimmt, einen gerechten Lohn oder das ihrer Arbeit gemäße Gehalt. Die lassen ihre gesinnungslose politische Drückerkolonne den „Mindestlohn” madig machen. </p>
<p>Die hetzen diejenigen, die <em>noch</em> „in Lohn und Brot stehen”, gegen die auf, die <em>sie</em> ins Elend gebracht haben. Die lassen verbreiten, Hartz IV-Empfänger bereicherten sich an den Hungerbezügen, für die sie sich von Beamten, denen nicht gekündigt werden kann, demütigen lassen müssen. </p>
<p>Dass Arbeitslose, oft bis zu 40 Jahre lang, in eine <em>Versicherung</em> gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit eingezahlt haben, das findet auch die deutsche Journaille kaum erwähnenswert. Was davon kommt, dass nur noch Spekulanten, Betriebswirte, Controller und schwarzgelbe Politschranzen in Verlagen und Sendern das Sagen haben. </p>
<p>In der <em>Anstalt</em> auf dem Lerchenberg in Mainz geht die <em>sagen</em>hafte Dreistigkeit der „Verantwortlichen” so weit, dass sie Gehalts- und Honorarabhängige sogar zwingen, durch eine Handbewegung klar zu machen: „Wer hier schafft, der muss auf dem rechten Auge blind sein. Oder sich blind stellen.” </p>
<p>Auf diese Weise sieht ein Mensch nur dann „besser” – das kann sich jeder an den zwei Fingern ausrechnen, die sich das Gesinde des Senders ins rechte Auge schiebt – wenn er im CDF den Speichel von schwarzen Machthabern und deren gelbblauen Hintersassen aufleckt.</p>
<p>Nichts scheint der Gang um Guido den Paten zu schaden. Allerdings: Es sollte sich keiner von jenen, denen die <em>Fiese Demagogische Partei</em> heute nützt, darauf verlassen, dass das so bleibt. Merke: Wer dem nassforschen Guido traut, hat auf nassen Sand gebaut.</p>
<p>Und stets an den Propheten Hosea des Alten Testaments denken. Der hat Menschen, wie dem Windmacher Westerwelle hinterlassen: „Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten. Ihre Saat soll nicht aufgehen; was dennoch aufwächst, bringt kein Mehl; und wenn es etwas bringen würde, sollen Fremde es verschlingen.”</p>
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		<title>„Linkspartei zofft sich wegen Israel”</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 14:38:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Wenn ein Mensch deswegen als Antisemit verleumdet werden darf, weil er dem Präsidenten eines Staates, der seit seiner Gründung Krieg gegen benachbarte Brudervölker führt und die Palästinenser sogar einmauert, nach einer Rede den stehenden Applaus verweigert, dann stimmt etwas mit der Bevölkerung des Landes nicht, in dem das stattfindet.
Niemand darf glücklich darüber sein, dass im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Mensch deswegen als Antisemit verleumdet werden darf, weil er dem Präsidenten eines Staates, der seit seiner Gründung Krieg gegen benachbarte Brudervölker führt und die Palästinenser sogar einmauert, nach einer Rede den stehenden Applaus verweigert, dann stimmt etwas mit der Bevölkerung des Landes nicht, in dem das stattfindet.</p>
<p>Niemand darf glücklich darüber sein, dass im Nahen Osten Geschwistervölker aufeinander einschlagen. Es ist jedoch heuchlerisch und verlogen, allein die <em>Anrainer</em> des Staates Israel dafür verantwortlich zu machen und sie als „Terroristen” zu brandmarken. </p>
<p>Es lässt sich beim besten Willen nicht bestreiten – die arabischen Brudervölker der Israelis sind in der Wahl der Mittel mit denen sie ihre Vorstellungen von staatlicher Ordnung im Vorderen Orient durchzusetzen versuchen, blödsinnigerweise nicht zimperlich.</p>
<p>Wieso allerdings tut alle Welt so, als erinnerte sich niemand daran, wie es zum heutigen Staat Israel gekommen ist? Wer ein Gedächtnis hat, der muss doch wissen, dass fast die gesamte Elite der frühen Jahre Israels einst international zur Fahndung ausgeschrieben war: wegen Bombenlegerei, wegen Mordes, wegen bewaffneter Überfälle. </p>
<p>Und doch hatten politisch bewusst lebende Menschen nach dem weltweiten Morden und Brennen der Deutschen – keineswegs nur der Nazis – Verständnis für das Vorgehen der Israelis. Jeder Mensch reinen Herzens verstand die Sehnsucht des seit 2000 Jahren über den Erdball verstreuten, von Plagen und Gemeinheiten heimgesuchten Volkes Israel, endlich wieder eine souveräne Nation sein zu wollen.</p>
<p>Heute ist der Staat Israel ein bis an die Zähne bewaffneter Aggressor!</p>
<p>Ob es allerdings in diesem Zusammenhang von besonderem Geschick oder sicherem Stilempfinden der Damen Sahra Wagenknecht und Christine Buchholz zeugt, ausgerechnet den Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz für den „Protest durch Sitzenbleiben” gegen Staatspräsident Schimon Peres als Repräsentanten der politischen Klasse Israels zu wählen, darüber darf gestritten werden. </p>
<p>Allein – mit Antisemitismus hat das nichts zu tun.</p>
<p>Antisemitisch war das, was die CDU/CSU-Fraktion des 13. Deutschen Bundestages im November 1994 dem damals 81-jährigen parteilosen (über die Liste der PDS ins Parlament eingezogenen) <em>jüdischen</em> Alterspräsidenten Stefan Heym angetan hat. Die Politchristen verweigerten – mit Ausnahme von Rita Süssmuth – dem Senior des Hohen Hauses nach dessen Eröffnungsrede den traditionell üblichen Schlussapplaus.</p>
<p>Kurz zuvor hatte der Chefchrist, Helmut Kohl, sich dazu verstiegen, dem vor den Nazis Geflüchteten, einem der bedeutendsten <em>oppositionellen</em> Autoren in der DDR, vorzuwerfen, er habe ein Leben lang seine Fahne nach dem Wind gedreht. </p>
<p>Zu allem Überfluss wurde Heyms Ansprache dann sogar, entgegen langjähriger Gepflogenheit, nicht im <em>Bulletin</em> der Bundesregierung veröffentlicht. </p>
<p><em>Das</em> ist Antisemitismus!</p>
<p>Mit dem Erinnern hat es in der Bundesrepublik Deutschland eine ganz eigene, ziemlich miese und geschichtsklitternde Bewandtnis.</p>
<p>Es muss wohl so sein, dass die abendländischen Verbalchristen nicht wissen, was ihnen der Prophet Jesaja hinterlassen hat: „Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht. Erinnere mich, lass uns miteinander rechten! Zähle alles auf, damit du Recht bekommst! Schon dein Ahnherr hat gesündigt, und deine Wortführer sind von mir abgefallen.”</p>
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		<title>„Silvio Koch”</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Mar 2009 01:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Es herrscht Krieg. Weltweit sind Divisionen unterwegs. Die halten Phantasie, Kreativität, Information und Common sense in Schach. Visionäre? Seher? Träumer? Spinner! Divisionäre – Führer – braucht die Menschheit. Und – Quote hat nichts mit Divisionären, Führern und anderen missratenen Blitzlichtgestalten zu tun! Hat sie wirklich nicht? 
Sie hat. Und wie! Ein Quotient ist das „Ergebnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es herrscht Krieg. Weltweit sind Divisionen unterwegs. Die halten Phantasie, Kreativität, Information und <em>Common sense</em> in Schach. Visionäre? Seher? Träumer? Spinner! <em>Di</em>visionäre – Führer – braucht die Menschheit. Und – Quote hat nichts mit Divisionären, Führern und anderen missratenen Blitzlichtgestalten zu tun! Hat sie wirklich nicht? </p>
<p>Sie hat. Und wie! Ein <em>Quotient</em> ist das „<em>Ergebnis einer Division</em>“. Sagen Lexika und Mathematiklehrer. Die Berufstätigkeit von Divisionären führt sie also zu einem ihnen genehmen Resultat. Was daraus erhellt, dass Grimms Wörterbuch notiert, „<em>Quotient</em>” meine „<em>Das Wieviel bei einer Division</em>“. „<em>Quotirn</em>“ heiße folgerichtig soviel wie „<em>französisch coter</em>“, was wiederum „<em>Preise, Kurse notieren</em>“ bedeute.</p>
<p>Die Welt in Anteile zu zerlegen – einerlei, ob in Macht-, Profit-, Frauen-, Lotto- oder Einschaltquoten – bedeutet, Maßstäbe an Menschen und Dinge anzulegen, wie Militärs und Politschranzen es tun, wenn sie sich beim Teilen einer Dividende ihren Anteil sichern. </p>
<p>Dabei gerät mancher, wie Gelhaar zu Guttenberg, vom Text in die Textilien. Andere müssen raus <em>aus</em> den Klamotten. Dabei dürfen sich Fernsehwerktätige keine Blößen geben. Sie müssen anderer Leuts Blößen bloßstellen. So zeugt Zote Quote! </p>
<p>Anders als heutzutage, da mit Zoten aufs Sexuelle abzielende Schlüpfrigkeiten gemeint sind, nannte Martin Luther die säuischen Lügengeschichten, die seine Gegner über ihn verbreiteten, „<em>faule, lahme Zoten</em>”. Solcherlei Zoten bringen clerikaldemonstrative und clerikalasoziale Blendwerker noch heute gern unters Volk. </p>
<p>Einer von denen, die auf solches Zotendreschen spezialisiert sind, heißt Roland Koch. Der gibt in Hessen den Regierungschef. Hessinnen und Hessen haben mit seiner Wahl den Beweis dafür erbracht, dass richtig ist, was Zyniker behaupten: Einem durchschnittlichen Wahlmenschen kann das Hirn aus der dafür vorgesehenen Schale geklaut werden, sein Zustand danach wird sich durch nichts von dem davor unterscheiden. </p>
<p>Was auch für die 15 Prozent der wahlberechtigten Deutschen gilt, die ihre Existenz laut Umfragen jenem Karriereverein anvertrauen wollen, der das System stützt, das die Völker der Erde in das Fiasko führte, in dem sie in diesen Tagen angstvoll hocken. </p>
<p>Diejenigen, die der Partei des Mannes, der Leute gegeneinander hetzt und darüber hinaus dem Club karrieregeiler gelber Nullen die Quoten schenkten, die ausreichten, um die Regierungs<em>geschäfte</em> zu übernehmen, können nicht bei Trost sein. </p>
<p>Kochs neuestes brutalstmögliches Bubenstück, ist die Nummer, die er im ZDF, das nicht von ungefähr CDF genannt wird, durchzuziehen versucht. Die Anstalt, die damit für sich wirbt, dass sie von ihr Abhängige veranlasst, unter Aufsagen des Satzes „<em>Mit dem Zweiten sieht man besser”</em> das <em>rechte</em> Auge zuzudrücken, soll offenbar endgültig der schwarzen Propagandamaschinerie einverleibt werden.</p>
<p>Der Bonze, der dafür sorgte, dass beim Hessischen Rundfunk der strippenziehende Tatsachenverdreher Alois Theisen, ergebener Diener dieses Herrn, als „Chefredakteur Fernsehen” eingedreht wurde, will den unabhängigen, professionell sauber arbeitenden Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Brender, aus der Fassung schrauben. Der habe die Quoten in dem ihm anvertrauten Bereich versaut. </p>
<p>&#8220;<em>RTL aktuell</em>&#8221; habe im Jahr 2008 „<em>Heute</em>” überholt. Kochs Quote ist eine Zote. „<em>Tagesschau</em>“ und „<em>heute</em>“ haben mehr Zuschauer als der Profitsender zum Vergleich anführt. Die Nachrichten der „Öffentlich-Rechtlichen” laufen nicht nur im „Ersten” oder im „Zweiten”, sondern auch in den „Dritten” beziehungsweise auf „<em>3sat</em>”. Das sollte der stellvertretende Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates, Koch, nicht gewusst haben? </p>
<p>Das Manöver, mit dem der TV-Journalismus zum Nachteil der Demokratie unterjocht werden soll, macht sogar Teile des schwarzen Stimmfederviehs bitter. Das torkelt, nachdem Koch es – unterstützt von Korrumpels der Investoren-Journaille – um Haupt und Kragen geredet hat, kopflos über den hessischen Hühnerhof. </p>
<p>Davon abgesehen: Welcher verständige Mensch will sich das Gebrabbel und die Bilder antun, die auf Nachrichten geschminkt, von der Matsch-Scheibe tropfen. Das entspricht dem Niveau der Italo-TV-Stationen, die sich der größenwahnsinnige, eitel mafiöse Neo-Duce Silvio Berlusconi unter die Nägel gerissen hat. Das erklärt, was dem immer wieder aufs Fahrrad hilft. Mit Demokratie oder demokratischer Gesinnung hat das nichts zu tun! </p>
<p>Möglicherweise indessen etwas mit den Wachträumen zweier deutscher Provinzfürsten, die einander charakterlich so ähneln wie ein Ei dem anderen und – Berlusconi: Hochgeschossen der kleinkarierte Horst Seehofer; bei der Aufzucht offenbar emotional zu kurz gekommen, der kleinwüchsige Roland Koch. Zwei Ministerpräsidenten mit Allmachtsphantasien und Merkmalen der Megalomanie. Deutsch: Größenwahn.</p>
<p>Die Symptomatik dieser Krankheit führt, sagt das Handbuch „<em>Psychiatrische Begutachtung</em>“ „in Verbindung mit kritikloser Selbstüberschätzung” zu „störenden Verhaltensweisen.“ Überdies zwinge eine „dranghafte Umtriebigkeit zum Herumreisen” und zu „rüpelhaftem Verhalten, Kraftmeiereien, Beleidigungen und Betrugshandlungen.“ Dazu erklärte der forensische Psychiater Norbert Leygraf: „Größenphantasien sind in der Wirtschaft üblich.” Nur wer sie habe, gelte als erfolgreich. </p>
<p>In der Politik nicht weniger. Dass sich aber ausgerechnet der hessische Vertreter einer Partei, die in einem tiefen düstren Stimmenkeller gelandet ist, über angeblich abgesackte Quoten auslässt, um einen unliebsamen Journalisten loszuwerden und einen Speichellecker zu installieren, trägt erbarmungswürdig bizarre Züge. </p>
<p>Sein bayerischer Gesinnungsgenosse, Amtsbruder und Leidensgefährte – der sich weder dem Wahlvolk zur Wahl gestellt hatte noch sich durch irgendetwas als für das Amt befähigt ausgewiesen hat, außer, dass er zur Verfügung stand – spielt den Flaschenteufel der deutschen Politik. Er will, äußerte er sinngemäß öffentlich, den Rest der Republik aufmischen. </p>
<p>Unter anderem wohl dadurch, dass er der Präsidentin des Bundes der Durchtriebenen, der CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach (*1943), den bayerischen Verdienstorden anzuheften beabsichtigt. </p>
<p>Dabei war alle Welt froh, als sie – deren Vater, ein Feldwebel der Luftwaffe aus dem <em>hessischen Hanau</em>, der 1941 von den Nazis ins überfallene Polen abgestellt worden war, ihre in <em>Bremen</em> geborene und aufgewachsene Mutter kam 1943 nach – aus den Schlagzeilen verschwand. </p>
<p>Niemand weiß wirklich, wofür die Berufsvertriebene ausgezeichnet werden soll. Durchaus denkbar, dass der Provinzvorsteher hofft, das Spektakel könne künftiger Quotenschinderei dienen.</p>
<p>„Die Quote ist nicht alles!” ist eine bemerkenswerte Erkenntnis. Nein, die Quote ist ganz und gar nicht alles. War möglicherweise von Anfang an Macht gemeint? Ohne ausreichende Quote keine Macht! Es herrscht Krieg. Am Anfang war das Wort – am Ende steht die Zahl. Als Antwort auf die Frage: „Wie viel?” </p>
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		<title>„Operation saubere Innenstadt”</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Feb 2009 18:47:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Das Hamburger Gehege für Parvenus – die Hafencity – das einschließlich des U-Bahn-Anschlusses zu Lasten der Allgemeinheit auf einem Gelände in den Himmel wächst, auf dem einst der Geldreichtum Weniger mit dem Schweiß und dem Blut Vieler erschuftet wurde, langt ihnen nicht. Das Luxusquartier, das von clerikal-demo-kritischen Stadtplanern an den Strom der Arbeit, die Elbe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Hamburger Gehege für Parvenus – die Hafencity – das einschließlich des U-Bahn-Anschlusses zu Lasten der Allgemeinheit auf einem Gelände in den Himmel wächst, auf dem einst der Geldreichtum Weniger mit dem Schweiß und dem Blut Vieler erschuftet wurde, langt ihnen nicht. Das Luxusquartier, das von clerikal-demo-kritischen Stadtplanern an den Strom der Arbeit, die Elbe, gewamst wird, bietet in den Augen der Lakaien des Großkapitals, den Insassen des vergoldeten Käfigs nicht genügend Auslauf. </p>
<p>Nicht genug damit, dass erstmals in der Geschichte der Demokratie in einem angeblich intakten demokratischen Gemeinwesen ein ganz und gar neu entstehendes Viertel nur für Superreiche, Reiche und Neureiche zurechtgezimmert wird. Ein Ghetto für Jüngerinnen und Jünger des Götzen Mammon. Was nichts mit einer natürlich wachsenden und rein gar nichts mit einer fortwährend sich selbst neu erfindenden Stadt zu tun hat. Wie Politiker und Architekten, die sich damit ein Denkmal setzen, den Leuten einzureden versuchen. Es ist der Eiertanz sich selbst genügender Kleinbürger um ein blattvergoldetes Kalb, das sie sich dazu auch noch von hart arbeitenden Menschen mitfinanzieren lassen.</p>
<p>Ist denn die Freie und Hansestadt Hamburg überhaupt noch ein intaktes demokratisches Gemeinwesen? Spätestens seit das Volk dort, trotz entgegengesetzt ausgegangener Volksabstimmungen seine Krankenhäuser durch privatisierendes Enteignen verlor, darf das bezweifelt werden. Und so wird der Tag kommen, an dem die durch ihre Münchner Auftritte berüchtigten Schläger der Schwarzen Sheriffs „das gemeine Volk” durch Androhen körperlicher Gewalt daran hindern werden, das Icecold-Quarter zu betreten. </p>
<p>Denn: Hamburgs beamtete schwarzblaue Plebejer proben bereits den Einstand. Wie die <em>Tageszeitung</em> (<em>taz</em>) berichtete, kreist im „Beritt” des CDU-Innensenators Christoph Ahlhaus (*1969) ein Papier aus dem für die City zuständigen Polizeikommissariat 14. Es befasst sich mit „Randgruppen”. Womit „Obdachlose, Punker und Alkoholiker” gemeint sind. Nicht die Bundeswehr. Die in Marsch zu setzen, zögerte der Innensenator „bei einer akuten Terrorbedrohung” keine Sekunde. Auch ohne Verfassungsänderung! Das jedenfalls stand im Gossenblatt <em>Bild</em>. Ahlhaus: „Hier ginge es um das Leben von Menschen – und da kann ich nicht lange das Grundgesetz interpretieren lassen.”</p>
<p>Im Papier der schwarzblauen Jungs von der Waterkant ist zu lesen: Die Einkaufsstraßen der Innenstadt seien mit ihren „exponierten Örtlichkeiten hoch frequentiert”. Besonders von flanierenden Hafencity-Goldies, ist anzunehmen. Andere „Konsumenten” können sich einen Einkaufsbummel durch Hamburgs City schon lange nicht mehr leisten. Es sei „nicht hinnehmbar”, meinen die Kreuzritter gegen den Unrat, dass Punks, Penner und Promillefreunde (so steht’s da nicht, so ist es aber gemeint) in diesem Revier Bänke und Plätze in Anspruch nähmen. </p>
<p>Eine „übermäßige Verschmutzung” öffentlicher Flächen „durch gleichgültiges Verhalten” sei „als nicht akzeptabel zu bewerten&#8221; und „ruhestörender Lärm durch eine Gruppe” vermindere „das Sicherheitsgefühl der Bürger&#8221;, heißt es in dem neuen Wörterbuch des Unmenschen. Personen der polizeilich ermittelten „dritten Klasse”, die dabei erwischt würden „Platzverweise” zu missachten, könnten demnach in Gewahrsam genommen werden. Mit „strafprozessualen” Folgen, versteht sich. Es sei bei einem Platzverweis „hilfreich”, die betroffenen „Personengruppen darauf hinzuweisen”, dass es nicht geduldet werde, wenn sie ihren Aufenthalt „an eine andere Örtlichkeit” verlagerten. Dort würden „identische” Verweise erteilt und „analoge Maßnahmen” getroffen. </p>
<p>Im „Tor zur Welt” wird also unter dem engelhaften Flügelschlag eines ganz offenbar unbarmherzigen Berufs- und Parteichristen über Zutritts- und Aufenthaltsverbote im Flaniermeilenbereich für Bürgerinnen und Bürger diskutiert, die nicht ins Weltbild dumpfer Emporkömmlinge passen. Ähnliche Pläne hatte 1992 der Parlamentarische CSU-Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft, Erich Riedel aus München. Der verlautbarte: „Die Lage ist chaotisch und fast aussichtslos. Der Münchner Süden muss ab sofort zur asylantenfreien Zone erklärt werden.”</p>
<p>Es gilt die Erkenntnis: Das C im Namen des schwarzen Blocks ist wie der Wurm auf dem Haken eines Anglers – ein Köder. Überdies bleibt es auch bei der Einsicht: Es gibt keine hässlichen Menschen. Es sei denn, jemand sieht so aus, wie er denkt. </p>
<p>Es lohnt deshalb, sich das 29jährige CDU-Mitglied des Deutschen Bundestages, den Bundesvorsitzenden der Jungen Union, Philipp Mißfelder, genau anzuschauen. Der Nassforscher äußerte bereits im Jahre 2003: „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.&#8221; Diese christdemografische Sicht der Dinge ergänzte er jüngst bei einem Frühschoppen durch die von Durchblick und tiefer Nächstenliebe geprägte Bemerkung, das Anheben des Hartz IV-Regelsatzes für Kinder sei nichts anderes als ein „Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie“. Klartext: Arbeitslose saufen und qualmen auf Kosten ihrer Kinder.</p>
<p>Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Politchristen jemals in die Heilige Schrift versenkt haben. Dabei schadete es ihnen nicht. Denn im Buch der Bücher hat ihnen Lukas im achtunddreißigsten Vers des sechsten Kapitels seines Evangeliums Bemerkenswertes mitzuteilen: „Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.”</p>
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		<title>„Niederlage für den Papst”</title>
		<link>http://www.glockenschlag12.de/2009/02/19/174/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 15:58:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Der Heilige Stuhl bleibt hart: Unfehlbarkeit im Lehramt besitzt kraft seines Amtes der Papst, wann immer er als oberster Hirt und Lehrer aller Gläubigen, dessen Aufgabe es ist, seine Brüder im Glauben zu stärken, eine Glaubens- oder Sittenlehre definitiv als verpflichtend verkündet. Der Canon 749, § 1 aus dem Codex Iuris Canonici – dem Gesetzbuch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Heilige Stuhl bleibt hart: <em>Unfehlbarkeit im Lehramt besitzt kraft seines Amtes der Papst, wann immer er als oberster Hirt und Lehrer aller Gläubigen, dessen Aufgabe es ist, seine Brüder im Glauben zu stärken, eine Glaubens- oder Sittenlehre definitiv als verpflichtend verkündet.</em> Der Canon 749, § 1 aus dem <em>Codex Iuris Canonici</em> – dem Gesetzbuch der römisch-katholischen Kirche –, stammt trotz des steinzeitlichen Allmachtsgetöses nicht aus grauer Vorzeit. </p>
<p>Er ist im Jahre 1870 zum <em>Ersten Vatikanischen Konzil</em> dem rechtsdrehenden Hirn des krass antidemokratischen Giovanni Maria Mastai-Ferretti entwichen. Der ließ sich nicht nur Pius IX. rufen, sondern, wie seine Nachfolger bis heute, <em>Vicarius Iesu Christi</em> oder <em>Stellvertreter Jesu Christi</em> nennen. Es sind schon Menschen für geringere „Gotteslästerungen” auf den Scheiterhaufen der Inquisition gelandet. Landläufig heißen die letzten absoluten Monarchen auf europäischem Boden, Päpste. Diese Hirten führen das „Kirchenvolk”, das für sie eine Herde ist, dem aktualisierten <em>Codex</em> gemäß – er ist am ersten Sonntag im Advent des Jahres 1983 in Kraft getreten – am Nasenring durchs Leben.</p>
<p>Eine Gang, die sich, wie die Hierarchie der erdumklammernden römischen Kirche, aus verstockten Greisen zusammensetzt, nennt Männer, die nicht von ihr, sondern von anderen Wichtigtuern zu Päpsten ausgerufen werden, „Pseudopapas” oder „Gegenpäpste”. Die waren und sind ihr ein Gräuel. Von solchen Gestalten gibt es in Deutschland zurzeit einige. Das muss den derzeitigen Besetzer des Heiligen Stuhls, Joseph Alois Ratzinger (*1927), verdrießen. Denn der Mann aus Marktl am Inn, der unter dem Pseudonym Benedikt XVI. als misslungener und miserabel kostümierter Klon des einstigen Pop-Stars Michael Jackson auf Kosten der Allgemeinheit von einem <em>Event</em> zum anderen jettet, meint, er besitze den Stein des Weisen. </p>
<p>Dabei können seine deutschen Mitbewerber – von der Jubeljournaille auf den Thron des jeweiligen <em>Pontifex Maximus</em>, des „obersten Brückenbauers”, gehoben – durchaus mithalten, wenn’s um Gaukelei, Allmachtsphantasien, Allwissenheit, Selbstverliebtheit, Scheinheiligkeit, Machtgeilheit, Engstirnigkeit und Unbarmherzigkeit geht. Kurzum: Das „Führerprinzip” ist die Sache von „Eisenbahnpapst” Hartmut Mehdorn, „Stilpapst” Wolf Schneider, „Kritikpapst” Henryk Modest Broder, „Nachwuchspapst” Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Gelhaar von und zu Guttenberg und „CSU-Papst” Horst Seehofer.</p>
<p>Auf Seehofer werden bereits die Gesetze des <em>Codex Iuris Canonici</em> angewendet. Als der 64 Jahre alte CSU-Müller Michael Glos von seinem Amt als Wirtschaftsminister – Minister, Ministranten und Bischöfe sind eins: Diener ihres jeweiligen Herrn – entbunden werden wollte, bat er das Schlichtgemüt, das sich öffentlich so darstellt, als sei es nicht in der Lage auch nur ein Wässerchen zu trüben, den CSU-Papst (scheinbar) demütig und bußfertig um die Erlaubnis zu diesem Schritt. Ganz nach Canon 401, § 1: <em>Ein Diözesanbischof, der das fünfundsiebzigste</em> (bei Seehofers weltlichen Bischöfen ist es das sechzigste) <em>Lebensjahr vollendet hat, wird gebeten, seinen Amtsverzicht dem Papst anzubieten, der nach Abwägung aller Umstände entscheiden wird.</em></p>
<p>Zunächst sollte der mahlende Ministerbischof nicht dürfen. Doch dann muss dem Ingolstädter Pseudopapa eingefallen sein, dass die Mitglieder des Vorläufers der Mafia, sogenannte Adelige, bei den berichtspflichtigen Lakaien von Spekulanten, Erbengemeinschaften und Polithasardeuren in hohem Kurs stehen: Glos und Gelhaar zu Guttenberg durften. Guttenberg vermutlich, weil Seehofer in ihm einen möglichen Nachfolger sieht.</p>
<p>Außer, dass die Frisur des „Freiherrn” stets so gut sitzt wie seine Garderobe, hat der Enkel eines Mannes, von dem der für einen Clerikalsozialisten ungewöhnliche Satz stammen soll: „Kommunist kann jemand sein aus Menschenliebe, Nazi nicht!”, kaum etwas zu bieten. Bei ihm geraten die Dinge vom Text in die Textilien. Von wirtschaftlichen Dingen ahnt er weniger als ein Ochse vom Walzertanzen weiß. </p>
<p>Eloquent soll er sein. Geschwätzig ist er. Davon, dass nur derjenige beredt ist, der auch inhaltlich etwas mitzuteilen hat, haben Lohnschreiber so wenig gehört, wie davon, dass dem „Adel” in Deutschland seit August 1919 laut Verfassung keine Vorrechte mehr zustehen. Es reicht, dass der seinen mit höfischem Gehabe und brutaler Fron ergaunerten Besitz großenteils in die Republik hinüberretten konnte.</p>
<p><em>Bursche</em> leitet sich vom neulateinischen <em>Bursarius</em> ab. Dem Bewohner einer <em>Burse</em>. Und <em>bursa</em> stand ursprünglich für <em>Beutel</em> und <em>Börse</em>. Das erklärt, was den <em>Burschen</em>schafter Hartmut Mehdorn antreibt. Börsengang und Beutelschneiden. Dienen ist ihm ein Fremdwort. Kund- und Belegschaft, meint der in seiner Freizeit Eisen biegende Maschinenbauingenieur, hinderten ihn daran, seine und seiner Auftraggeber Raffgier zu befriedigen. Was <em>er</em> sagt ist Gesetz! Was andere tun, fällt unter den Canon 33, § 1: <em>Allgemeine Ausführungsdekrete, auch wenn sie in Direktorien oder anders benannten Dokumenten herausgegeben werden, heben</em> (seine, <em>hjs</em>) <em>Gesetze nicht auf, und soweit ihre Vorschriften Gesetzen widersprechen, entbehren sie jeglicher Rechtskraft.</em></p>
<p>Ganz nach dem Geschmack des <em>Summus Pontifex Ecclesiae Universalis</em> – des „Obersten Priesters der Weltkirche“ – aus Bayern, werden die Nebenpäpste Henryk Modest Broder (Fachrichtung: Ehre abschneiden und Rufmorden) und Wolf Schneider (Fachrichtung: Regelwerken und Rummäkeln) sein. Die journalistischen Besserwisser und Rechthaber sind aus bestem päpstlichem Holz geschnitzt. </p>
<p>Bei Broder lässt sich das <em>Namen sind Zeichen</em> der Römer am Modest überprüfen. Das lateinische Adjektiv <em>modest</em> wird mit <em>klein</em> oder mit <em>maßvoll, bescheiden</em> und <em>sittsam</em> übersetzt. Der Mann ist tatsächlich so klein wie er kurz ist. Und er ist winzig. Bescheiden war der allerdings nie. Es sei denn mit Ansprüchen gegen sich selbst. In seinem Hass auf Andersdenkende ist er maßlos. Ob er sittsam ist, muss seine Privatsache bleiben. Fest steht, dass er sich in seinem Papstsein eingerichtet hat. Führt er doch in jeder Talgshow, die er besucht – und er besucht sie alle, wenn er denn eingeladen wird – wie der <em>Successor Principis Apostolorum</em>, der „Nachfolger des Apostelfürsten (<em>Petrus</em>)”, stets zierlich seine roten Schühchen vor. Wobei er wie ein Berserker gegen das am Boden liegende Niveau des deutschen Fernsehens wettert.</p>
<p>Der von sprachlosen Liebedienern zum „Stilpapst” erhobene, gefühlsarme Oberlehrer Wolf Schneider ist ein Regelwerker, der nie davon gehört haben kann, dass Sprache etwas Lebendes ist. Etwas, das sich fortwährend weiterentwickelt. Unter anderem durch den von Erlebtem beflügelten menschlichen Schöpfergeist. Alles, was in der Schulzeit des bald 84-Jährigen nicht im Deutschunterricht durchgenommen worden ist, existiert für ihn nicht. Oder ist „einfach falsch”. Der ist ein Dogmatiker, der sich an Lehrmeinungen festklammert. Wer den je bei einem Interview beobachtet hat, spürt: Dem ist alles Menschliche fremd.</p>
<p>Was das betrifft – und seine stets dozierende Art zu sprechen, nie zu fragen, nur zu verhören, könnte der Ex-Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule ein Zwillingsbruder des einstigen Großinquisitors Sepp Ratzinger sein. Dieser von der Leserschaft eines Magazins für betuchte Bildungsbürger zum führenden deutschen Intellektuellen gewählte ehemalige Präfekt der <em>Kongregation für die Glaubenslehre</em> ist so intellektuell wie ein mit abgelesenem Wissen gefülltes Computerprogramm. Beiden, dem Programm und dem <em>Pastor Pastorum</em>, dem „Hirten der Hirten”, fehlt das Gefühl der Wahrheit, vor allem das des Zweifels und einige andere Empfindungen, die unabdingbar zur Intellektualität dazu gehören. Das der Gewissheit, in Form der Selbstgewissheit, jedoch geht ihm nicht ab.</p>
<p>Wie hält es ein Mensch mit dem Gefühl der Wahrheit, der von 1981 bis 2005 Chef einer weltweit eingesetzten Glaubens- und Sitten-Detektei war, die 1542 von Papst Paul III. als <em>Kongregation der römischen und allgemeinen Inquisition</em> ins Leben gerufen wurde und vielen Menschen den Tod brachte. Weshalb Papst Paul VI. wohl im Dezember 1965 dafür sorgte, dass die Schnüffelbrigade in <em>Kongregation für die Glaubenslehre</em> umfirmierte. </p>
<p>Der Mann, der seinen Vorgänger im Amt des <em>Heiligen Vaters</em>, mit jedem Gerücht gefüttert haben muss, das über auch nur den geringsten ihrer Amtsbrüder im Umlauf war, der soll nichts von den reaktionären, die Beschlüsse des <em>Zweiten Vatikanischen Konzils</em> missachtenden Umtrieben einer Clique ausgemusterter Priester und „Bischöfe”, der <em>Priesterbruderschaft St. Pius X.</em>, gewusst haben? Nichts gehört haben von den menschenverachtenden, bösartigen Äußerungen des „Bischofs” Richard Williamson? Für so blöd, das zu glauben, halten nicht einmal Berufspolitiker ihr Stimmvieh.</p>
<p>Dem Papst und seinen weltlichen Nebenbuhlern ist eines gemein: Sie halten sich für unfehlbar. Einerlei, ob sie sich <em>ex cathedra</em> einmischen – also in Fragen des Glaubens oder der Sittenlehre – oder lediglich ihrem ganz privaten Geschmack zwingenden Ausdruck verleihen. </p>
<p>Österreichische Gläubige haben dem sechzehnten Benedikt deshalb jetzt heimgeleuchtet: Sie haben einen Priester, der ihnen von ihm gegen ihren erklärten Willen als Weihbischof aufgezwungen worden war, so lange wissen lassen, dass er sich zum Teufel scheren solle, bis der das Handtuch geworfen und den Papst um Rücknahme der Ernennung gebeten hat. </p>
<p>Die Besserwisser und Zwangsvollstrecker seien an den Evangelisten Matthäus erinnert. Bei dem heißt es im dritten Kapitel: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! &#8230; Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt! Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier!”</p>
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		<title>„Meisner warnt vor ‘entarteter’ Kultur”</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Sep 2007 12:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[So habe es der Clerikaldemagoge und Rechtsanwalt Wolfgang Bosbach, Mitglied des Deutschen Bundestages, nicht gesagt und schon gar nicht gemeint. Seltsam, wie oft sich professionelle ehrabschneidende Politrabulistiker falsch verstanden oder interpretiert geben. Bosbachs Einfall ein „Konvertiten-Register” für Leute einzurichten, die sich als Erwachsene von einer anderen Religion oder aus der Religionslosigkeit heraus zum Islam bekehren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>So</em> habe es der Clerikaldemagoge und Rechtsanwalt Wolfgang Bosbach, Mitglied des Deutschen Bundestages, nicht gesagt und schon gar nicht gemeint. Seltsam, wie oft sich professionelle ehrabschneidende Politrabulistiker falsch verstanden oder interpretiert geben. Bosbachs Einfall ein „Konvertiten-Register” für Leute einzurichten, die sich als Erwachsene von einer anderen Religion oder aus der Religionslosigkeit heraus zum Islam bekehren, habe sich auf „Überläufer” bezogen, die als „Gefährder” – also als mutmaßliche „Terroristen” – bekannt seien.</p>
<p>Und die Journaille nickt dazu. Tags zuvor hatte sie – einstimmig! – das Lied vom bösen Mann gesungen. Und der hieß Bosbach. Was damit zu tun haben muss, dass ihn alle für fähig halten, solche Niedertracht in die Welt zu setzen. Aber – <em>so</em> habe er es nicht gesagt. Plötzlich war der „Unions-Vize” bei „seinen Kollegen bekannt für Gedankenschärfe und Konzilianz” und dafür, dass er „eigentlich ein vernünftiger Mann” sei. Gedacht hat er es, ebenso wie sein clerikalsadistischer Widergänger, Günther Beckstein, der Staatsminister im Bayerischen Staatsministerium des Innern. Das reicht.</p>
<p>Auch ein anderer politischer Schaumschläger, Wolfgang Schäuble (CDU), der sich Bundesminister des Innern nennt und von einem Spötter „Rolling Foam” gerufen wird, weil er mit Schaum vorm Mund Teile der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung (FDGO) – vor allem die Versammlungsfreiheit, das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis und die Unverletzlichkeit der Wohnung – außer Kraft setzen will, behauptet ständig, er werde missverstanden oder aus böser Absicht falsch interpretiert. </p>
<p>Vor kurzem wollte er – trotz Terroristengefahr! – 18-Jährigen großkalibrige Faustfeuerwaffen in die Hand drücken. Im Augenblick versucht er die Deutschen dadurch für seine undemokratischen Ideen weich zu kochen, dass er behauptet, terroristische Atomanschläge seien hier und jetzt durchaus denkbar.</p>
<p>Franz Josef Jung (CDU), Bundesminister der Verteidigung, macht zurzeit bekannt, er werde entführte und als fliegende Bombe missbrauchte Passagierflugzeuge notfalls auch ohne Rechtsgrundlage abschießen lassen. Stellt sich die Frage, wie sich der Mann, der so aussieht als sei die Erkenntnis: „Es gibt keine hässlichen Menschen. Es sei denn, jemand sieht so aus wie er denkt”, auf ihn zugeschneidert, aus seiner Interpretation des Grundgesetzes und eines Spruches des Bundesverfassungsgerichtes wieder herauswinden will. </p>
<p>Mit der Presse, von der Lokalzeitung bis zum sogenannten öffentlich-rechtlichen Fernsehen, müssen solche Herrschaften nicht rechnen. Jedenfalls nicht, wenn es darum geht, sie aus dem Amt zu fegen. Denn noch befremdender als die Auftritte dieser Zombies ist das Verhalten von Stammtischschwätzerinnen und -schwätzern, die so tun, als seien sie Journalistinnen und Journalisten und dabei gewesen, als der tiefe Teller erfunden worden ist, obschon sie Schwierigkeiten haben, aus Schnabeltassen zu trinken. </p>
<p>Diese liebedienernden Gehaltsempfänger erteilen Absolution nach Maßgabe und Gutdünken von Investorengruppen oder Erbengemeinschaften. Ihnen geht das „Ego te absolvo a peccatis tuis in nómine Patris et Fílii et Spíritus Sancti” – seit der Ex-Großinquisitor Joseph Alois Ratzinger und heutige Papst Benedikt XVI. das Lateinische wieder hoffähig gemacht hat – flott über die Lippen. </p>
<p>Zur Not schreiben sie ihre am Stammtisch verfassten Leitartikel auch in deutscher Sprache: „So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.” Das tun sie, ohne dass Reue und der Wille zur Umkehr und zur Wiedergutmachung – Voraussetzung, um von Sünden losgesprochen zu werden – gegeben wären. </p>
<p>Das wird ganz besonders einen notorischen Wortklauber freuen, der am Freitag der vorigen Woche wieder einmal zugeschlagen hat – den 1989 von Karol Józef Wojtyla, genannt Papst Johannes Paul II., gegen den erklärten Willen seiner Herde zum Oberhirten, sprich Erzbischof von Köln gemachten Joachim Kardinal Meisner. Der fällt nicht erst seit diesem Wochenende durch reaktionäre, dumme und bösartige Zwischenrufe auf. </p>
<p>In einer Predigt im Kölner Dom vergaloppierte sich dieses zügellose Rotkäppchen zu dem Satz: „Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet.&#8221; </p>
<p>Und das fast genau siebzig Jahre nachdem die Nazis in München mit der Ausstellung „Entartete Kunst” ihre Kampgane „gegen alles Undeutsche” eröffnet hatten. Diese Schau der Schande, ausgerichtet von der Crême aller Dummen und Brutalen in Deutschland, war bestückt mit Werken von mit Berufsverbot belegten, wehrlosen, missliebigen, oft jüdischen Künstlern.</p>
<p>Zu dem passt der Generalvikar Dominik Schwaderlapp (nomen est omen). Der verlautbarte, laut „Kathpress” im Kölner „domradio”, er weise „mit aller Schärfe” jeden zurück, der „ &#8230; dieses einzelne Wort isoliert und NS-Assoziationen unterlegt und damit dem Kardinal vorwirft, dass er dieses Vokabular oder dieses Denken benutzt &#8230; ” </p>
<p>Dabei hatte sein geistloser geistlicher Vorturner wenige Tage zuvor bereits ein neues Fenster im Kölner Dom, das von dem Künstler Gerhard Richter stammt, mit dem Satz benörgelt: „Es passt eher in eine Moschee oder in ein Gebetshaus. Wenn wir schon ein neues Fenster bekommen, dann soll es auch deutlich unseren Glauben widerspiegeln. Und nicht irgendeinen.“ Höret hin, welch ein Geistesriese, was für ein frommer Mann.</p>
<p>Dem sei aus dem Evangelium nach Lukas ins Gedächtnis gerufen: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!” </p>
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		<title>„Wir in ihren Augen”</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Sep 2007 10:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Sie haben sich wieder einmal einen Sündenbock erschaffen, wie ihn die Verfasser des dritten Buches Mose (Kapitel 16, Verse 20-22) nicht besser hätten ersinnen können. Jahrhunderte lang haben die Mächtigen, was sie sich an Niedertracht, Brutalität, Dummheit, Scheinheiligkeit und sonstiger Heuchelei geleistet hatten, heimatlosen Menschen in die Schuhe geschoben. 
Sie haben das Volk Israel erniedrigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie haben sich wieder einmal einen Sündenbock erschaffen, wie ihn die Verfasser des dritten Buches Mose (Kapitel 16, Verse 20-22) nicht besser hätten ersinnen können. Jahrhunderte lang haben die Mächtigen, was sie sich an Niedertracht, Brutalität, Dummheit, Scheinheiligkeit und sonstiger Heuchelei geleistet hatten, heimatlosen Menschen in die Schuhe geschoben. </p>
<p>Sie haben das Volk Israel erniedrigt, vergewaltigt, ausgeplündert, vertrieben, ermordet. „Der Jude” war für den sogenannten Adel, für kirchliche Schranzen und andere unredlich reich Gewordene das geborene Opfer. Schon, weil leibeigene Bauern und geknechtete Besitzlose ihre ohnmächtige Wut über diejenigen, die von sich meinten und meinen, sie stünden in Gottes Gunst höher als „der Pöbel”, straffrei an vogelfreien, wehrlosen Nachbarn jüdischen Glaubens auslassen konnten. </p>
<p>Das ging in Deutschland so lange „gut” bis die Mordbande der Nationalsozialisten dies Ablenkungsmanöver im Völkermord vollendete. Nach dem von den Nazis angezettelten – von den meisten Deutschen anfänglich bejubelten – im Jahre 1945 verlorenen Weltkrieg Zwo mussten die Nazis und ihre Mitläufer lernen, ihre großdeutsche Schnauze zu halten. </p>
<p>Das taten sie so perfekt, dass sie es nicht einmal fertigbrachten, sich zu ihrer Schuld zu bekennen, sie zu bereuen und umzukehren. Dazu waren die Westdeutschen erst wieder fähig, als die DDR untergegangen war. 1989 begannen sie, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Allerdings nur die, die von 1945 bis 1989 im Osten Deutschlands stattgefunden hatte. </p>
<p>Mittlerweile ist dort nicht mehr viel zu holen. Also musste ein neuer Sündenbock her. „Der Jude” ist durch die Verbrechen der Nazis unantastbar geworden. Das erstreckt sich bis hin zu israelischen Politkreisen, die bedenkenlos benachbarte Brudervölker misshandeln. </p>
<p>Das palästinensische Geschwistervolk und dessen Glaubensverwandte sind der Bock, der jetzt global in die Wüste getrieben wird. „Der Muslim” ist heute der Buhmann der vom Großkapital beherrschten Herrschenden. Auf den darf eingeprügelt werden, dass die Fetzen fliegen. Ohne, dass irgendjemand auf den Gedanken käme und den sogar zu Papier brächte oder durch den Äther schickte, das als Rassismus, Antisemitismus oder Antihamitismus zu brandmarken. </p>
<p>Im Gegenteil. Vor sechs Wochen durften sich zwei Vertreter der Organisation, die sich noch heute auf ein mit Adolf Hitler geschlossenes Konkordat beruft – der „Journalist” Peter Seewald und der „Privatsekretär” eines alten weiß gekleideten Mannes mit roten Schuhen, Georg Gänswein – im Magazin der „Süddeutschen Zeitung” als Pogromhetzer betätigen. </p>
<p>Seewald: „Im real existierenden Islam &#8230; werden Menschenrechte mit Füßen getreten. &#8230; Ist die Vorstellung von einem echten Dialog mit dem Islam nicht allzu naiv?” Gänswein: „Die Islamisierungsversuche im Westen sind nicht wegzureden. Und die damit verbundene Gefahr für die Identität Europas darf nicht aus falsch verstandener Rücksicht ignoriert werden. &#8230;” </p>
<p>Was für ein Geschichtsbewusstsein müssen diese Leuchttürme ihrer „Kirche” haben. Einer „Kirche”, die sich seit fast 2000 Jahren mit Mord und Totschlag, Lug und Trug, Zwangsmissionierung und Ränkespiel, Selbstüberschätzung und Alleinvertretungsanspruch am Leben erhält. </p>
<p>„Der Muslim” sei von Geburt an Fundamentalist. Wenn nicht gar Terrorist. Besonders schlimm seien, so ist seit jüngstem aus angeblich christlichen Kreisen zu hören, „Konvertiten” – Menschen aus einem ursprünglich anderen Kulturkreis, die sich als Erwachsene zum Islam bekennen. Die – und natürlich nicht nur die, sondern eigentlich alle – müssten ständig bespitzelt werden. </p>
<p>Mit derartigen „Erkenntnissen” verpesten der Grundgesetz-Zerstoiber und Bundesminister des Inneren, Wolfgang Schäuble und andere Polit-Schausteller, die sich als Anteilseigner der Deutschland AG empfinden, die Luft demokratischer Freiheit. </p>
<p>Dem wild gewordenen Rollstuhlfahrer – der alle Deutschen kriminalisiert, um ihre Verfassung außer Kraft setzen zu können – muss unbedingt in die Speichen gegriffen werden. Andernfalls wird die zweite wirklich freiheitliche Republik auf deutschem Boden bald dort ankommen, wo die Deutsche Demokratische Republik endete. </p>
<p>Jetzt sind zu allem Überfluss auch noch zwei Kulturbeutel vor ein staunendes, nicht alzheimerisiertes Publikum getreten. Der eine davon macht seit Jahr und Tag durch verwegene, am Marketing orientierte Thesen von sich Reden: Frank Schirrmacher (*1959), seit 1994 Mitherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. </p>
<p>Ein Klugscheißer, der auftritt, wie die Betrüger, die versprachen, dem Kaiser Kleider anzufertigen, die „nur kluge und für ihr Amt befähigte Leute”, sehen könnten. Es musste ein Kind ausrufen: „Der hat ja gar nichts an” als der Monarch nackt durch die Stadt trabte, um feigen „Erwachsenen” die Augen zu öffnen. </p>
<p>Der andere: Florian Henckel von Donnersmarck (*1973) kann offensichtlich mit dem Ruhm, der ihm in diesem Jahr durch den Gewinn eines „Oscars” für seinen Film „Das Leben der Anderen” zugefallen ist, nicht umgehen. So klug ist der Einser-Abiturient denn doch nicht. </p>
<p>Sein Streifen setzt sich mit den Stasi-Machenschaften in der DDR auseinander. In ihm wandelt sich ein linientreuer Stasimann zum Systemkritiker. Der schnulzige Plot – Lektüre eines Brecht-Textes läutert Hartleibigen – haut nicht allein Historiker vom Hocker. Die Historienmaler des US-Film-Geschäftes indes überzeugte er.</p>
<p>Schirrmacher und Henckel melden sich in diesen Tagen mit Themen zu Wort, von denen sie erkennbar keinen blassen Schimmer haben. Zum Beispiel zu der Frage, wie Helden beschaffen sein müssen und wer einer war oder ist. Für sie war der Mann, der Adolf Hitler am 20. Juli 1944 eine Bombe an den Konferenztisch stellte, Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944), so einer. Ein Widerständler. Ein Überzeugungstäter. Ein „leider” verhinderter Attentäter. Mannomann. </p>
<p>Die Heldentat eines Einzelnen auf sich selbst gestellten Menschen war der Anschlag des Schreiners Johann Georg Elser (geboren 1903-1945 im KZ Dachau ermordet) im Münchner Bürgerbräukeller! Er misslang, weil Adolf Nazi, Joseph Goebbels, Joachim Ribbentrop und andere braune Größen das Lokal – entgegen dem Terminplan – verlassen hatten, bevor eine von Elser gelegte Bombe explodierte. </p>
<p>Anders als die Geschichtsforschung, die erkennt, dass es unter der Zivilbevölkerung viele nie bekannt gewordene Frauen und Männer gab, die unter Einsatz ihres Lebens der nationalsozialistischen Willkür seit 1933 die Stirn boten, scheinen Schirrmacher und Henckel zu meinen, Widerstand habe es nur in der Bourgeoisie, im Adel und bei den Militärs gegeben. </p>
<p>In Deutschland waren jedoch unmittelbar nach der „Machtergreifung” in erster Linie kommunistische, sozialdemokratische und andere linke Gruppen aktiv. Arbeiter und Angestellte. Sie wurden innerhalb kürzester Zeit durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) und die SS dezimiert. In den folgenden Jahren waren dann vor allem religiös und ethisch motivierte Gruppen und Einzelne aktiv. Helden, jede und jeder einzelne von ihnen. </p>
<p>Den meisten Mitgliedern der von Schirrmacher und Henckel bevorzugten Kreise dagegen ging erst nach der „Schlacht von Stalingrad” – im August 1942 – auf, dass sie aufs falsche Pferd gesetzt hatten. Sie sahen ihre Felle davonschwimmen. Erst von diesem Zeitpunkt an stellten sie ihren Standesdünkel hintan und verbanden sich mit „Leuten ohne Stallgeruch”. </p>
<p>In einem Aufsatz, der am 3. Juli 2007 in FAZ.NET erschien, erzählt Henckel von einem Brief den Stauffenberg während des Krieges(!) an seine Ehefrau gerichtet hatte. Darin habe der „Widerständler”, die Bevölkerung Polens unter anderem als „Pöbel” beschrieben, der aus „sehr vielen Juden und sehr viel Mischvolk” bestehe. „Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt.” </p>
<p>Bis zum 3. September 2007 um 4.01 Uhr war dem Internet-Lexikon Wikipedia zu entnehmen, der „Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres”, Oberst Stauffenberg, habe 1933 die Wahl Hitlers zum „Reichskanzler” propagiert und später die ersten Einheiten der NS-Sturmabteilung (SA) „militärisch ausgebildet”. Jetzt heißt es dort: „Stauffenbergs allmähliche Distanzierung von der nationalsozialistischen Staatsführung begann nach der „Reichskristallnacht” (9./10. November 1938).” Wie dann wohl seine Notiz über die polnische Bevölkerung zustande gekommen ist? </p>
<p>Weiter ist bei Wikipedia nun zu lesen: „Nach dem deutschen Sieg über Frankreich im Frühjahr 1940 begeisterte er sich kurzzeitig erneut für Adolf Hitler, aber nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 überzeugte ihn die Kriegführung im Osten endgültig vom verbrecherischen Charakter des Hitler-Regimes.” Die Diskrepanz zu dem, was sich wenige Zeilen weiter oben darüber findet, wird nicht erklärt: „ Im Dezember 1941 hieß Stauffenberg die Vereinheitlichung der Befehlsgewalt des Oberbefehlshabers des Heeres und des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht in Hitlers Händen gut.” </p>
<p>Und: „Als Gruppenleiter der Gruppe II der Organisationsabteilung im Oberkommando des Heeres gehörte er zu den maßgebenden Offizieren, die bewusst auf einen Wandel der Politik in den besetzten Gebieten hinarbeiteten. Besonders im Zusammenhang mit der Kampfführung der in den Kaukasus vordringenden Heeresgruppe A hatte er sich den Fragen der Freiwilligen in den so genannten Ostlegionen zugewandt. Es ging um die Gewinnung von entlassenen Kriegsgefangenen und Überläufern für den Kampf auf deutscher Seite.” </p>
<p>Trotzdem meint Henckel: „ &#8230; das wirklich Entscheidende – in diesem Falle die Tatsache, dass ein erfolgreicher, patriotischer Offizier und Familienvater seinem Gewissen gefolgt ist und bereit war, mit einer Gruppe von Gleichgesinnten seinen Treueeid zu brechen und zu versuchen, den Tyrannen Adolf Hitler in die Luft zu sprengen – das wird nie verändert. Das ist doch die Essenz der Geschichte!”</p>
<p>Schirrmacher schwafelt am 2. September 2007, gleichfalls im FAZ.NET, in einer Weise von Deutschland zwischen 1933 und 1945, als habe er gerade angefangen, das Lesen zu erlernen. Das gipfelt in einem Satz über den Stauffenberg-Film, der gerade entsteht: „Dieser Film wird &#8230; das Bild Stauffenbergs für Jahrzehnte und das historische Bild Deutschlands in vielen Ländern prägen.” </p>
<p>Einen ähnlichen Dummfug verzapfte im Jahre 1983 ein Chefredakteur der Illustrierten „Stern” als er bei der Vorstellung der (gefälschten) „Hitler-Tagebücher” absonderte: „Große Teile der deutschen Geschichte müssen umgeschrieben werden.” </p>
<p>Das, was die Schlange im dritten Kapitel des ersten Buchs Mose Eva und Adam in Bezug auf den Verzehr einer Frucht vom Baum der Erkenntnis, mitteilt, ist ganz sicher in mehrfacher Hinsicht eine gezielte Falschinformation: „ &#8230; an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.” </p>
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		<title>„Gericht: Kardinal kein Hassprediger”</title>
		<link>http://www.glockenschlag12.de/2007/06/28/gericht-kardinal-kein-hassprediger/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jun 2007 16:16:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Sie haben keinen Schaum vorm Mund. Sie fallen nicht dadurch auf, wie sie ihre „Sache” vortragen. Sie rauben Demokraten den Schlaf durch das, was sie von sich geben! Stets elegant formuliert, fast im Flüsterton. Aber – Obacht! Obacht! Die Schilys und die Schäubles sind gefährlicher als die Straußens. 
Wer so durchs Gelände geifert, wie weiland [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie haben keinen Schaum vorm Mund. Sie fallen nicht dadurch auf, <em>wie</em> sie ihre „Sache” vortragen. Sie rauben Demokraten den Schlaf durch das, <em>was</em> sie von sich geben! Stets elegant formuliert, fast im Flüsterton. Aber – Obacht! Obacht! Die Schilys und die Schäubles sind gefährlicher als die Straußens. </p>
<p>Wer so durchs Gelände geifert, wie weiland der Vorsteher der Bayern, der ist ungefährlicher als die Stillmänner, weil kalkulierbar. Die leisen Geheimdienstler an Ministerschreibtischen indes, die sägen, hobeln, schleifen und polieren an den Grund- und Bürgerrechten, dass jedem,  der’s mitbekommt, der Angstschweiß ausbrechen muss.</p>
<p>Das Treffen der Spottgeburten aus Dreck und Feuer – denen das Feuer fehlt – in Heiligendamm, hätte in funktionierenden Demokratien schon beim Vorbereiten unter Juristen und Journalisten, unter Bürgerinnen und Bürgern, unter Mitgliedern aller Parteien und solchen, die aus nachvollziehbaren Gründen einen weiten Bogen um Parteien machen, einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. </p>
<p>Nicht so in Dämmerland. Grabes<em>ruhe</em> und Friedhofs<em>ordnung</em> herrschten nach der Devise: „Schläfrigkeit ist die erste Bürgerpflicht!” Bemerkenswert, wie sehr sich die versammelten Staatsfiguren vor den von ihnen Überwältigten fürchten. Wie einst im Mittelalter, als die Unterdrücker ihre Burgen von denen auf die höchsten Berge stellen ließen, die sie als „Leibeigene” knechteten und ausplünderten. </p>
<p>Die ließen nicht zum Schutz vor äußeren Feinden bauen. Nix da. Dem auf Kosten der Bauern prassenden sogenannten Adel – Vorläufer der Schutzgeld erpressenden Mafia – war klar, dass „das Volk” irgendwann aufstehen und ihm was vors Maul hauen würde. </p>
<p>Um sich davor in Sicherheit bringen zu können, haben sie ihre Behausungen von den Kleingehaltenen auf Bergeshöhen bauen lassen. Und die das auch noch bezahlen lassen. Außerdem hielten sie Bewaffnete in ihren Diensten, für deren Sold ebenfalls „das Volk” bluten musste. Was sie damit rechtfertigten, es geschehe zum Schutz vor Feinden. Der einzige Feind des Volkes aber waren sie.</p>
<p>Und jetzt Heiligendamm. Die „Terroristen”, von denen die acht Aufgeblasenheiten und ihre Lakaien dauernd schwätzen, saßen drei Tage nicht <em>vor</em>, sondern <em>hinter</em> einem für zwölf Millionen Euro errichteten Zaun. Sie machten sich ein Wochenende lang einen, von einer willfährigen BWL-Journaille bejubelten, von tausenden Polizisten und der Soldateska bewachten flotten Lenz. Das soll, so ist in der „Frankfurt Rundschau” zu lesen, ein gerichtliches Nachspiel haben: „Bei einem Treffen von rund 150 Augenzeugen kündigten Globalisierungs-Kritiker am späten Dienstag ‘eine Reihe von Klagen’ an.”</p>
<p>G8-Gegner seien überzeugt davon, heißt es weiter, dass Zivilpolizisten die Stimmung gezielt aufgeheizt haben. Zeugen berichteten, während einer Blockade in Bad Doberan hätten sich vier schwarz vermummte Beamte unter die Menge gemischt. Mindestens einer davon habe einen Stein geworfen und „Drauf auf die Bullen!” gerufen. Er sei gestellt und uniformierten Beamten übergeben worden. </p>
<p>Nach anfänglichem Leugnen habe die Sondereinheit „Kavala” den Einsatz eines Zivilpolizisten eingeräumt. Das und die „verfassungswidrigen Einsätze der Bundeswehr” müssten geklärt werden, so der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele. </p>
<p>Bleibt zu hoffen, dass andere deutsche Gerichte nicht so obrigkeitshörig sind wie das Landgericht Köln. Das hat dieser Tage entschieden, der Kabarettist  Jürgen Becker dürfe nicht mehr sagen: „In Köln kann man keinen Moslem dazu ermuntern, Katholik zu werden.  Denn von einem Hassprediger zum anderen zu wechseln, bringt nichts.” Das Erzgaunertum, pardon, das Erzbistum lasse im Augenblick verbreiten, diese Äußerung werte das Gericht als Beleidigung und als einen Angriff auf die Ehre des Erzbischofs von Köln, Joachim Kardinal Meisner (Aktenzeichen: 28 O 328/07), steht in der „Süddeutschen Zeitung”.</p>
<p>Die Richter, die zu dieser Erkenntnis mit anschließendem Urteil gekommen sind, müssen von Weihrauch umnebelt gewesen sein. Denn: Wer sich auch nur im Geringsten mit dem von seiner Gemeinde ungeliebten und gegen ihren laut und deutlich erklärten Willen vom damaligen Papst installierten Erzbischof befasst hat, der weiß, das Gift von Hasspredigern braucht weder Kopfstimme, noch Lautstärke und Schaum vorm Mund. Es wirkt besonders heftig dann, wenn es sonorguttural aus der Milchflasche scheinheiliger Denkungsart tropft. </p>
<p>Wenn wegen eigenständiger Frömmigkeit exkommuniziert  oder Exkommunikation angedroht wird, sind laute Auftritte fehl am Platze. Sie könnten deutlich machen, dass katholisch zu sein, heißt, sich frohen Herzen von alten Männern in violetter, roter und weißer Damenoberbekleidung  am Gängelband führen zu lassen. </p>
<p>Wo aber Priester, die sich erdreisten, vom Gottesgeschenk eines eigenen Hirnes und des damit verbundenen Verstandes  Gebrauch zu machen, abgemeiert oder aus dem Dienst entfernt werden, muss Grabesstille herrschen. Anders ginge selbst Dummen auf, dass Niedertracht und der Hass auf Widersätzliche in die Tat umgesetzt werden.</p>
<p>Wenn einer, der meint, er sei im Besitz des Steins des Weisen, bei Diskussionen einfließen lässt „interreligiöse Gebete mit Juden oder den Gläubigen an den Koran sind nicht möglich”, dann trägt diese Form des süßlich säuselnd gepredigten Hasses Früchte, sobald Vertreter anderer Konfessionen und Religionen dem beipflichten. Was geschehen ist.</p>
<p>Wenn Frauen mit den windigsten und dümmsten Machosprüchen vom Priesteramt ferngehalten werden, dann besteht der Inhalt der Predigt aus – Frauenhass. </p>
<p>Wenn einer, der in einer Riesenkirche mittelalterliche Messen liest und an Regeln und Gesetzen festhält, die vor 500 Jahren und mehr von oft korrupten oder sonst kriminellen Greisen und ihren Handlangern aufgestellt worden sind, von sich gibt, er habe wegen des geplanten Baues einer Großmoschee in Köln „ein ungutes Gefühl” und er dann erklärt, „man” müsse wachsam darauf achten, dass die Terrains, die „man” Muslimen zur Verfügung stelle, „nicht Territorien würden, auf denen sich die Scharia immer mehr entfaltet”, was ist das, wenn es keine Hasspredigt sein soll? </p>
<p>Wenn einer in hoher Selbstgerechtigkeit und in frühem amtsgegebenem Altersstarrsinn seine Sicht der Dinge und der Welt über alle und alles stellt, dann predigt er Hass – gegen alles, was anders ist und alle, die anders sind, weil die Dummen in seiner Gefolgschaft das Abweichen so auslegen werden. </p>
<p>Alten Männer, die nichts von der Welt und ihrem schwierigen Gewese wissen, sei deshalb die Lektüre des zweiundzwanzigsten Verses im fünften Kapitel des Evangeliums des Matthäus anempfohlen: „Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.” </p>
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		<title>„Von Beust ist bester Ministerpräsident”</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jun 2007 12:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Sie wissen nichts, können aber alles erklären. Sie können nichts, taugen aber für alle Ämter. Sie tun nichts, sind aber überall dabei. Sie mischen sich in alles ein, wollen aber für die daraus entstehenden Folgen nicht verantwortlich sein. Darin ähneln sich deutsche Politiker und Wirtschaftsbosse. 
„Das Haus” eines Mannes, der schon vor Jahren unangenehm aufgefallen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie wissen nichts, können aber alles erklären. Sie können nichts, taugen aber für alle Ämter. Sie tun nichts, sind aber überall dabei. Sie mischen sich in alles ein, wollen aber für die daraus entstehenden Folgen nicht verantwortlich sein. Darin ähneln sich deutsche Politiker und Wirtschaftsbosse. </p>
<p>„Das Haus” eines Mannes, der schon vor Jahren unangenehm aufgefallen ist, als er seinem Kumpan Roland Koch in Spendenangelegenheiten einen Persilschein ausfertigte, beruft sich – wie possierlich – auf „technische Defekte” als ruchbar wird, dass bei der Bundeswehr geheime Daten aus vier Jahren Auslandseinsätzen – von 1999 bis 2003 – kaputtgegangen, „verloren und für immer gelöscht” worden sind.</p>
<p>Der Bundesminister der Verteidigung, Franz–Josef Jung, ein Schwarzkittel ganz besonderer Art, lässt zu, dass irgendwelche Subalternen verlautbaren, so steht’s bei Spiegel Online, „der Vorfall sei Gegenstand einer laufenden parlamentarischen Behandlung, die nicht öffentlich geführt werde”. „Nicht öffentlich!” So werden Bürgerinnen und Bürger in einer Demokratur – wie bereits in Heiligendamm –  am Nasenring vorgeführt. </p>
<p>Peter Wichert, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, behauptet  in einem Brief an den Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages:  „Bei dem Versuch, die gespeicherten Daten auf das Ersatzgerät zu übertragen, stellte das Fachpersonal &#8230; fest, dass ein Teil der Bandkassetten im Datensicherungsroboter nicht mehr lesbar war.” Der Versuch, die Daten wieder zugänglich zu machen, sei gescheitert. </p>
<p>Und weiter: „Entsprechend der gültigen Vorschriften im Umgang mit Verschlusssachen wurden die nicht mehr lesbaren Kassetten am 4. Juli 2005 vernichtet.” Der Datenverlust „umfasst im wesentlichen die Daten, die in den Jahren 1999 bis 2003 aus den Einsatzgebieten gewonnen wurden”.</p>
<p>Für wie dämlich müssen die Hyperdemagraten um die Geheimdiplomatin Angela Merkel – die Schande für den Protestantismus, Wolfgang Schäuble und der Ex-Bilanzbuchhalter der hessischen Clerikaldemagogen, Franz-Josef Jung –  das deutsche Volk halten, wenn sie meinen, sie könnten es mit ihren Lügenmärchen und Hetzparolen in die geistige Knechtschaft führen? </p>
<p>Genau betrachtet sind die Deutschen tatsächlich noch blöder als es die Polizei erlaubt. Was kein Wunder ist, wenn 83 Millionen Menschen Tag für Tag schwarzer Propaganda ausgesetzt sind. Das CDF ist von Anfang an so gewesen. Die ARD ist nach der Machtergreifung in fast allen Bundesländern längst zum schwarzen Spielball geworden. </p>
<p>Und die Verlage? Die Verlage sind, seit sie landauf, landab in die Hände von Erbengemeinschaften und Couponschneidern gefallen sind, der Propagandaapparat derer, die mit der Arbeit ihres Hirnes oder ihrer Hände noch nie auch nur eine rostige Kopeke verdient haben.</p>
<p>Früher einmal hatten zum Beispiel Hamburger den Durchblick. Da wussten sie: „Foot nix an, denn sleit di nix fehl!”, wie sie es Plattdeutsch auszudrücken beliebten. Wer was Besseres sein wollte, wozu es bei ihm aber weder genealogisch, noch  pekuniär und schon gar nicht zerebral reichte, erklärte auf Missingsch: „Wärr nix anfässt, kannix fallnlassn!” </p>
<p>Wann, wie und wo dieser Satz auch immer fiel, stand für flinkfleißige Hamburgerinnen und Hamburger fest: Müßig gehenden Tülltretern kann nichts schief gehen. Und: „Zu solchen Leuten hält man Ab<em>sss</em>tand.” </p>
<p>Das hat sich geändert. Hamburg vermünchnert. Eine halbseidene Schnickschnackeria hat das Regiment übernommen. Sich mit Reklamern, Klatschreportern, Spekulanten und Polithasardeuren gemein zu machen, hätte sich jeder an<em>sss</em>tändige Hanseat vor noch gar nicht allzu langer Zeit geweigert. </p>
<p>Galionsfigur der Schicht aus Mehltau, die sich über die früher weltläufige Stadt gelegt hat, ist Ole von Beust. Der sieht gut aus, ist stets freundlich, Mitglied bei den unierten Clerikalen Demagogen und seit dem Jahr 2001 Präsident des Senats und Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Mehr ist er nicht. Mehr tut er nicht.</p>
<p>Der Hübschler hat sein Amt von Kai „Gelhaar” Diekmanns Gnaden. Dieses ehemalige Mitglied der, des Rechtsextremismus verdächtigten Burschenschaft Franconia ist seit Januar 2001 Anführer einer Clique von Schmieranten, die behauptet, sie mache aus  miesen Fotos von Schlüssellochguckern und Denunzianten und aus  unsäglichem Stammtisch-Gebrabbel eine Zeitung auf Toilettenpapier. </p>
<p>Das rückwärts zu verwendende Blatt griff sich im Jahr 2001, zu den Landtagswahlen  – die in Hamburg Bürgerschaftswahlen heißen –  Dinge aus der Luft, deren Gipfel die Behauptung war, Hamburg sei „Hauptstadt des Verbrechens”. </p>
<p>Damit nützte die Hetzpostille dem größenwahnsinnigen damaligen Amtsrichter Ronald Barnabas Schill. Der hatte sich einen Ruf als „Richter Gnadenlos” erworben. Wäre es nach Schill gegangen, jugendliche Ersttäter wären auf ewig weggesperrt, Mundräuber gezüchtigt und Aufrührer mit dem Tode bestraft worden. </p>
<p>Ein Gewaltmensch, der sich der wärmenden Fürsorge des von Diekmann geführten Pogromtraktats  – und dessen Schwestergazetten  aus der Axel Springer Verlag AG – erfreute. Die Folge: Im September 2001 wurde Schills kaputter Haufen – die Partei Rechtsstaatlicher Offensive, – mit 19,4 Prozent der abgegebenen Stimmen ins hamburgische Landesparlament gewählt. </p>
<p>Das war der eigentliche Zweck der perfiden Kampagne: Die Spezialdemokraten hielten zwar mit 36,5 Prozent weiter die Mehrheit aber mit den Schill-Stimmen und denen für die gelbe Splitterpartei mit den ehedem drei Punkten (5,1 Prozent) reichten den Clerikalen ihre popeligen 26,2 Prozent zum Regieren. </p>
<p>Schill durfte knapp zwei Jahre den Innensenator und Zweiten Bürgermeister geben, dann entdeckten Diekmann und seine Gang, dass weder sein Benehmen noch seine Ansichten fürs Amt taugten. Er wurde gefeuert. Anfang Dezember 2006 wurde er zur Aufenthaltsermittlung vom Landeskriminalamt Hamburg zur Fahndung ausgeschrieben. </p>
<p>Bei den notwendig gewordenen Neuwahlen im Jahr 2004 erhielten die Schwarzheuchler 47,2 Prozent der Stimmen. Seitdem regiert von Beust ohne Koalitionspartner. Durch besondere Taten ist er nicht aufgefallen. Abgesehen davon, dass er und seine Komplizen eindeutige Ergebnisse von Volksbefragungen ohne jedes Liderzucken in den Wind schlugen. </p>
<p>Trotzdem haben ihn die Deutschen, geht es nach einer Umfrage der Zeitschrift „Cicero” zu Deutschlands bestem Ministerpräsidenten gewählt. Und das, obwohl – oder weil? – 42 Prozent der Befragten ihn überhaupt nicht kennen.</p>
<p>Einerlei, seit die Journaille – nicht die Koofmichs in den Verlagen und Sendern, gemeint sind die Journalistinnen und Journalisten! – auf Profitmaximierung getrimmt ist, seit sie sich selbst nicht mehr als ein Zahnrädchen im Bildungsapparat  empfindet, nicht mehr als Sprachrohr der Aufklärung, nicht mehr als Bastion der Wehrlosen, sondern zu einem Club besserwisserischer, machtgeiler, raffgieriger Stammtisch-Brüder- und Schwestern verkommen ist, seitdem haben „die da unten” keine Chance mehr, über den Rand des vor ihnen stehenden Tellers zu blicken. Die müssen wirklich meinen, der freundliche Ole von Beust sei ein hervorragender Ministerpräsident.</p>
<p>Das war schon zu Zeiten des Propheten Jesaja so. Bei dem ist im neunten Kapitel nachzulesen: „Denn die Leiter dieses Volks sind Verführer, und die sich leiten lassen, sind verloren.” Deshalb gilt es, zu bitten: „Herr, wirf Hirn herab.”</p>
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		<title>„Kronzeugen  sollen wieder belohnt werden.“</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2007 10:20:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanjo Seißler</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Hoauh, da tut es „betroffen“, das Heuchelpack mitsamt seinem Tross aus sogenannten Berichterstattern. Nur „58 Prozent Beteiligung“ an der  Bürgerschaftswahl im kleinsten deutschen Bundesland Bremen. Und auch noch „gewaltige Stimmengewinne für den linken Rand“. 
Wenige Tage nachdem die „politische Klasse“ und deren journalistische Wasserträger eimerweise Krokodilstränen vergießend, die Wahlmüdigkeit und den „Ruck nach links“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hoauh, da tut es „betroffen“, das Heuchelpack mitsamt seinem Tross aus sogenannten Berichterstattern. Nur „58 Prozent Beteiligung“ an der  Bürgerschaftswahl im kleinsten deutschen Bundesland Bremen. Und auch noch „gewaltige Stimmengewinne für den linken Rand“. </p>
<p>Wenige Tage nachdem die „politische Klasse“ und deren journalistische Wasserträger eimerweise Krokodilstränen vergießend, die Wahlmüdigkeit und den „Ruck nach links“ beklagt hatten, legte der bundesdeutsche Polizeistaatsminister  Wolfgang Schäuble  – um die Maßnahmen zum Ausbau der Republik in ein Schnüffel- und Denunzianten-Gemeinwesen zu rechtfertigen und zu untermauern  –  Statistiken vor, die belegen sollten: der Extremismus zieht ebenfalls nach rechts! Und zwar „gewaltbereit!“ Das sei ganz entsetzlich. </p>
<p>Heuchelpack. Nach und nach sämtliche grundgesetzlich garantierten Freiheiten so klein zu schnitzen und zu schmirgeln, dass sie selbst mit der Lupe nicht mehr zu erkennen sind, dann den allgemeinen kleinen Wohlstand vernichten, das Geld von unten nach oben verteilen, überdies Rentner und Arbeitslose zu Almosenempfängern herabwürdigen, um danach so zu tun, als wehe der Wind der Verweigerung und der Wut sie plötzlich und unerwartet an.</p>
<p>Nein, die Leute sind nicht „politikverdrossen“! Sie haben ganz einfach die Schnauze voll von Typen, die ständig eine dicke Lippe riskieren und mit dem Finger auf andere Menschen zeigen. Wobei sie den Satz vergessen – ihn sehr wahrscheinlich nie zur Kenntnis genommen haben – den Gustav Heinemann von sich gegeben hat, als er Bundespräsident war: „Wer mit dem Finger auf andere Leute zeigt, muss wissen, dass  er mit drei Fingern auf sich deutet.“ </p>
<p>Sie haben allerdings nicht allein diese bedenkenswerte Erkenntnis verdrängt. Viel schlimmer noch: Sie haben keinen Bezug zur Lebenswirklichkeit. Sie verbringen ihr abgefedertes Dasein in einem Wolkenkuckucksheim. Haben sich darin behaglich eingerichtet. Hocken beispielsweise zum Teil noch in Bonn und verursachen Millionen Kosten mit Flugreisen in die Hauptstadt. </p>
<p>Stolpern von einem Arbeits<em>essen</em> zum nächsten und meinen zu wissen, dass die Preise für <em>Lebens</em>mittel stabil seien, sich seit der Euro eingeführt worden ist „ganz und gar nicht erhöht“ hätten. Das beweise der „Warenkorb“. Eine statistische Größe, die mit dem, was „draußen im Lande“ (ein kennzeichnender Abgeordneten-Dummspruch)  vor sich geht, so wenig zu tun hat, wie das Leben von Berufspolitikern und BWL-Berichterstattern.</p>
<p>Galaxienweit von der Realität entfernt ist auch das Ding, an dem sie gerade erneut basteln – die „Kronzeugenregelung“. Von Gerechtigkeit und Recht und Freiheit und Gesetz gar nicht zu reden. Was zählt ist stets nur der <em>scheinbare</em> – ja, der <em>scheinbare </em>– Erfolg. Der Rest ist Schweigen. Nicht etwa ein beschämtes Stillesein. Nein, ein verstockt-verlogenes  Augen-und-Mund-zu-und-durch. Das ekelwärtig, schleimig-verschlagene Vortäuschen der Suche nach Recht und des Ringens um Sicherheit. Reine Rosstäuscherei. </p>
<p>Die einen können sich in diesem verkommenen System mit Bußgeldern in Millionenhöhe, mit falschen Ein- oder sonstigen Geständnissen oder bei lang andauernden luxuriösen Aufenthalten in nicht ausliefernden Auslanden freikaufen. Die anderen eben mit falschen oder mit richtigen Zeugnissen gegen ihre Kumpane. So wird aus dem Schweigegeld von einst, der Plauderlohn für Bußfertige oder sich bußfertig gebende Kriminelle.</p>
<p>Politprofis, die viel auf Ganovenehre geben – die sie „Fraktionszwang“ nennen, den es in einer Demokratie, in der Abgeordnete nur ihrem „Gewissen unterworfen“ sind, nicht geben dürfte – solche Professionellen pfeifen auf Recht und Gesetz und behaupten dreist, sie förderten beides plus die Sicherheit des Staates dadurch, dass sie Verbrecher zum Verpfeifen gegen Judaslohn auffordern. </p>
<p>Richtig gelesen: <em>Judas</em>lohn. Schließlich hat seinerzeit Judas, ein Jünger Jesu  – aus römischer Sicht und aus dem Blickwinkel der Pharisäer und Schriftgelehrten – einen  „Staatsschädling“ ans Messer geliefert.</p>
<p>Wer seine Wahlversprechen nach der Wahl selbst zu Lügengespinsten erklärt  (wie unter anderen Franz Müntefering von der einstmals ruhmreichen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands), der schert sich einen Dreck darum, ob die Aussagen eines Gangsters der Wirklichkeit entsprechen oder nicht. Der schreckt vor nichts zurück. </p>
<p>Sie hätten, um Falschaussagen zu verhindern, ins Gesetz hineingeschrieben, dass solche Lügen mit „bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug bestraft” würden, erklären die Dealer, die dabei sind, sich Gesetze so hinzubiegen, wie es ihnen ins Geschirr passt. Als ob „fünf Jahre“ Berufsverbrecher abschreckten, wenn sie zuvor auf Kosten ihrer Komplizen und der Allgemeinheit eine Zeitlang gut gelebt haben. </p>
<p>„Moral“ das könnten die hauptberuflichen Rechtsbeuger ohne Mühe dem Fremdwörterbuch des Dudens entnehmen, ist „die Gesamtheit von ethisch-sittlichen Normen, Grundsätzen, Werten, die das zwischenmenschliche Verhalten in einer Gesellschaft regulieren, die von ihr als verbindlich akzeptiert werden.“  Oder „das sittliche Verhalten eines Einzelnen oder einer Gruppe.“ </p>
<p>Schnüffeleien, Denunziantentum, Verrat gegen Vergünstigungen und ähnliche Lumpereien haben darin keinen Platz. Das ist schon im elften Kapitel der Sprüche Salomos nachzulesen: „Wer seinen Nächsten schmäht, ist ein Tor; aber ein verständiger Mann schweigt stille. Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; aber wer getreuen Herzens ist, verbirgt es.“ </p>
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